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House of Competence (HoC)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Straße am Forum 3
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76131 Karlsruhe

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Presseinformation

Was Studierende gegen Stress tun können (pdf)

Tagungen

Studieren nach Bologna: Kompetenzen und Konsequenzen

 

Termin: 06. Dezember 2011, 14 Uhr bis 07. Dezember 2011, 13 Uhr

Seminarraum A und B, 1. OG
Straße am Forum 1 (Audimax)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

 

 

„Stürmisch geht es derzeit zu an deutschen Universitäten“ – mit diesen Worten hatte das House of Competence (HoC) zu einem zweitägigen, interdisziplinären Workshop nach Karlsruhe eingeladen, um insbesondere für die Lehre wirksame Aspekte der Bologna-Reformen zu diskutieren. Gekommen waren rund 60 Besucherinnen und Besucher aus Forschung, Lehre, Hochschuldidaktik und Verwaltung, die von Geschäftsführer Michael Stolle und Klaus Bös, dem Dekan der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, herzlich begrüßt wurden. Gemeinsam mit den besonders willkommen geheißenen Studierenden beteiligten sie sich an dem interdisziplinären Austausch, der jeweils durch Impulsvorträge aus den Bereichen Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Berufspädagogik, Soziologie und Psychologie eingeleitet wurde.


Dass die unter dem ‚Label’ Bologna vereinten Reformen generell zum Nachdenken über Veränderungen (in) der Hochschule anregen, zeigte sich bereits am ersten Tag, der von Ulrich Ebner-Priemer moderiert wurde und sich ganz dem Thema der ‚Konsequenzen‘ widmete: Anschaulich machten dies Gerd Gidion & Michael Grosch (KIT) in ihrem Vortrag zum veränderten Mediennutzungsverhalten von Studierenden, das nicht zuletzt auch zu einem neuen Umgang mit Medien in der Lehre führen muss, wie Isa Jahnke (Umea Univesrity Sweden) in ihrem Beitrag betonte. Mit Ergebnissen der ‚MyAgenda’-Studie zur Zeitbudgetierung von KIT-Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit griffen Meike Enchelmaier und Alexa M. Kunz (KIT) die in der Bologna-Debatte immer wieder diskutierte Frage zur Zeitver(sch)wendung von Studierenden auf, an die sich von Susanne Koudela (KIT) präsentierte Ergebnisse zu Zeitverwendung und Stressempfinden von Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens am KIT anschlossen. Die Ergebnisse der auch medial überaus präsenten ZEITLast-Studie aufgreifend, stellte Rolf Schulmeister (Universität Hamburg) Überlegungen zur  gänzlichen Umgestaltung von Curricula dar. Einen gelungenen Abschluss des ersten Tages bildete die von Marica Duriska (KIT) und Brigitte Steinke (TK) eingeleitete Vorstellung des Ratgebers „Rückenwind“, der sich auf eingängige Art und Weise der Frage widmet, „was Studis gegen Stress tun können“.


Der zweite Workshop-Tag stand ganz im Zeichen der nicht zuletzt mit dem Bolognaprozess einhergehenden zunehmenden Kompetenzorientierung: Mittels einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff, die bereits zentrale Fragen für die weiterführende Diskussion markierte, eröffnete Jürgen Rekus (KIT) den von Michaela Pfadenhauer moderierten Vormittag. Dass enormer Forschungsbedarf besteht, um überhaupt etwas über Studierkulturen und Kompetenzentwicklung von Studierenden aussagen zu können, wurde im Beitrag von Tobias Sander (Hochschule Hannover) deutlich. Mit dem ‚doc.post’, einer Art Lern-Brief, stellte Kirstin Bromberg (Hochschule Lausitz) einen außergewöhnlichen Methoden-Vorschlag zur Verfügung, um Wissen über die Erkenntnisgenerierung bei Studierenden erzeugen zu können. Wie relevant es ist, bei der Beschäftigung mit Kompetenzentwicklung den domänenspezifischen Aspekten Beachtung zu schenken, wurde im Beitrag von Rüdiger Rhein (Universität Hannover) ersichtlich. Esther Scheurle und Franka Schäfer (Universität Münster) ergänzten in ihrem Vortrag speziell zur Lehre im Fach Soziologie diese Ansicht um einem diskurstheoretischen Aspekt. Frei nach dem Motto „gut Ding will Weile haben“ ging Daniel Lutz (KIT) in seinem abschließenden Vortrag auf das produktive Potenzial von Prokrastination ein und schlug damit nicht zuletzt den Bogen zur Zeitthematik des ersten Tages.


Ganz dem Anliegen des House of Competence entsprechend wurde auch bei diesem Workshop deutlich, dass es bei der Befassung mit der Kompetenzthematik gewinnbringend ist, sowohl  forschende als auch anwendungsorientierte Perspektiven zu vereinen. Nur über ein Verständnis sämtlicher Aspekte des Kompetenzentwicklungsprozesses – von den Motivationen über Komponenten wie das Zeit- und Stressempfinden bis hin zu den Prüfungsformaten – können angemessene Interventionen in die Lehr-Lern-Praxis vorgenommen werden. Damit würde denn auch dem Kompetenzbegriff in seiner Gänze Rechnung getragen und ‚Bologna’ könnte nicht nur als unliebsame Reformmaßnahme, sondern auch als Möglichkeit für entsprechende Umstrukturierungen in der Lehre genutzt werden.

 

Hier finden Sie das ausführliche Programm.