House of Competence

Forschung am SchreibLABOR

Neben Lehre und Beratung zum wissenschaftlichen Schreiben gehört die Forschung zu den zentralen Tätigkeitsfeldern des Schreiblabors. Dabei orientieren wir uns grundsätzlich an den Methoden einer produktorientierten, vor allem germanistisch bzw. linguistisch geprägten Schreibwissenschaft. Dies schließt jedoch nicht aus, auch prozessorientierte Perspektiven in unsere Untersuchungen miteinzubeziehen. Insgesamt geht es uns um die Etablierung einer wissenschaftlichen Schreibforschung.


Inhaltlich begründen sich unsere Forschungsschwerpunkte aus den spezifischen Anforderungen, die das wissenschaftliche Schreiben an einer Technischen Universität mit sich bringt. Ein besonderer Fokus liegt daher auf den Schreib- und Publikationspraktiken sowie auf den formalen und sprachlichen Besonderheiten von Qualifikationsschriften in den MINT-Fächern. Neben schreibdidaktischen Perspektiven beziehen wir stets die Sichtweise von Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern mit ein.


Die Ergebnisse unserer Forschungen fließen in die Lehr- und Beratungsangebote des Schreiblabors ein. Damit gewährleisten wir, dass unsere Empfehlungen an Studierende reflektiert, wissenschaftlich fundiert und praktikabel sind. In diesem Rahmen ist in Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern der Ratgeber Wissenschaftliches Schreiben und Abschlussarbeit in den Natur- und Ingenieurwissenschaften entstanden, der 2016 bei UTB publiziert wurde.


Mit dieser Forschungsarbeit beteiligen wir uns auch am interdisziplinären Austausch:
Im Jahr 2013 veranstaltete das Schreiblabor die Tagung Wissenschaft schreiben, die vom 9. bis zum 11. Oktober am KIT stattfand. Neben Themen zur allgemeinen universitären Schreibdidaktik und -forschung lag ein besonderer Schwerpunkt dieser Tagung auf den Herausforderungen des Schreibens in den MINT-Fächern. Die daraus hervorgegangene Publikation Wissenschaftliches Schreiben in Natur- und Technikwissenschaften. Neue Herausforderungen der Schreibforschung, die 2016 bei Springer-Spektrum erschienen ist, dokumentiert erstmals den Stand der Forschung zum wissenschaftlichen Schreiben in den Natur-, Technik- und Ingenieurwissenschaften.


Im Jahr 2017 fand am 5. und 6. Oktober die Tagung Professionalisierung von Schlüsselqualifikationsangeboten. Woher wissen wir, was wir tun? statt, die, eingebunden in den übergeordneten Zusammenhang zur Frage nach der SQ-Forschung, vom House of Competence des KIT veranstaltet wurde. In einem Plenarpanel debattierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Hochschulverwaltung und Politik die Chancen und Risiken der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Die spezifischen Anforderungen, die sich daraus für eine forschungsbasierte Vermittlung von Lern-, Methoden- und Schreibkompetenzen ergeben, wurden in getrennten Panels diskutiert. Das Schreiblabor leitete Panel 3 zu Schreibforschung und Schreibdidaktiken: Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutschsprachiger Schreibzentren trafen hier zusammen und diskutierten die gegenwärtige Situation von Schreibzentren und die Qualität der dort stattfindenden Forschung. Dabei wurden unterschiedliche methodische Zugänge aus der Schreib- und Textdidaktikforschung vorgestellt. Die Ergebnisse dieser Sektion wurden 2019 im Tagungsband Forschung für die Schreibdidaktik: Voraussetzung oder institutioneller Irrweg? bei Beltz Juventa veröffentlicht.


Weiterhin beteiligt sich das Schreiblabor am 2013 gegründeten Arbeitskreis Schreiben in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die Mitglieder des Arbeitskreises arbeiten an verschiedenen deutschsprachigen Hochschulen oder sind freiberuflich tätig. Der Arbeitskreis trifft sich zweimal jährlich, um gemeinsam verschiedene Themen der MINT-Schreibdidaktik zu erforschen und sich untereinander auszutauschen. Seit 2020 besteht der Arbeitskreis unter dem Namen Wissenschaftlicher Arbeitskreis MINT-Schreiben fort.