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hiper.campus

 

 

 

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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ProDI-H

ProDI-H
Ansprechpartner:Dr. Stefan Hey, Dr. Simone Löffler, Jürgen Stumpp, Panagiota Anastasopoulou

Kurzdarstellung

Prokrastination, das Aufschieben von Handlungen, ist unter Studierenden ein weit verbreitetes Phänomen: Anstatt mit der Vorbereitung auf eine wichtige Prüfung zu beginnen, müssen noch "wichtige" E-Mails beantwortet oder die Wohnung sorgfältig aufgeräumt werden. Nicht selten erweist sich das Phänomen der Prokrastination als Hindernis für ein effizientes und zufrieden stellendes Studium. Dementsprechend äußert ein Teil der betroffenen Studierenden den Wunsch, das eigene Aufschiebeverhalten gezielt zu verändern.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Erforschung von Prokrastination im Hochschulkontext in Deutschland bisher vernachlässigt worden. Durch das Kooperationsprojekt "ProDi-H" der Universitäten Bielefeld und Karlsruhe soll diese Forschungslücke nun geschlossen werden. Der Projektablauf gliedert sich in drei Arbeitsphasen. Zunächst soll ein Diagnoseinstrument zur Identifikation problematischer Prokrastinationstendenzen und -typen entwickelt werden. Darauf aufbauend sollen individualisierte Interventionen entwickelt und erprobt werden. Über Open Source Lernplattformen (z.B. Moodle, StudIP) sollen Studierende die Interventionsmaßnahmen zeit- und ortsunabhängig in Anspruch nehmen können. In der letzten Projektphase sind eine Evaluation des Gesamtprojektes sowie die Bekanntmachung des Systems, bestehend aus Diagnosemöglichkeiten und Interventionen, geplant.

Die inhaltliche Leitung des Projektes liegt während der verschiedenen Arbeitsphasen in der Verantwortung von Herrn Prof. Dr. Stefan Fries am Lehrstuhl für Psychologie des Lehrens und Lernens der Universität Bielefeld. Die Forschungsgruppe hiper.campus unter der Leitung von Dr. Stefan Hey am House of Competence der Universität Karlsruhe übernimmt die technische Entwicklung und Umsetzung des Konzepts. Der Beitrag der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gerd Gidion am Lehrstuhl für Technikdidaktik der Universität Karlsruhe liegt insbesondere in den Phasen der Implementierung, praktischen Erprobung und Evaluation der Konzepte.

Ziel
Ziel des Projekts ist es, empirisch fundiertes Handlungswissen über das Phänomen der Prokrastination von Studierenden zu gewinnen. Auf der Basis dieses Handlungswissens soll gemeinsam mit den Projektpartnern ein System zur Diagnose problematischen Prokrastinationsverhaltens entwickelt und validiert werden. Die nutzeninspirierten Forschungsarbeiten münden in die Entwicklung und Evaluation individualisierter Interventionen zur Reduzierung von Prokrastinationstendenzen. Das System leistet einen Beitrag zu einer erfolgreichen Gestaltung des Studienalltags und zur Reduzierung von Studienabbrüchen.

Arbeitsplanung
Der Projektablauf gliedert sich in drei Arbeitsphasen:

1. Zunächst werden in der ersten Arbeitsphase an beiden Projektstandorten Interviews mit Studierenden und Studienberatern durchgeführt, um ihre subjektiven Theorien zur Prokrastination im akademischen Kontext zu erfassen und somit neue Einblicke in das Wirkungsgefüge der akademischen Prokrastination zu erhalten. Des Weiteren soll auf diesen Erkenntnissen aufbauend ein Diagnoseinstrument zur Identifikation problematischer Prokrastinationstendenzen und -typen im universitären Kontext entwickelt werden, das zum Ende der ersten Arbeitsphase einer umfangreichen Validierung unterzogen wird.


2. Das Ziel der zweiten Projektphase besteht darin, modulartige und maßgeschneiderte Interventionen im Hinblick auf die identifizierten Prokrastinationstypen abzuleiten und zu erproben. Nach dem heutigen Erkenntnisstand könnten z.B. Interventionen zur Motivations- und Volitionsförderung, sozialen Kontrolle sowie zum effizienten Zeitmanagement zum Einsatz kommen. Die Interventionen sollen unter anderem in Opensource-Lernplattformen wie Moodle oder Stup.IP integriert werden. Somit wird es für Studierende möglich sein, die Interventionen zeit- und ortsunabhängig in Anspruch zu nehmen. Einhergehend mit der Durchführung soll eine erste Evaluation der Interventionen erfolgen und ggf. eine Modifikation der Maßnahmen stattfinden.


3. Für die letzte Projektphase ist eine Evaluation des Gesamtprojektes, bestehend aus Diagnosemöglichkeiten und Interventionen, geplant. Als mögliche Erfolgsfaktoren könnten die Verringerung der Prokrastinationstendenz, die Verbesserung der Studienleistung und die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens herangezogen werden. Weiterhin sollen Workshops konzipiert und Benutzerhandbücher geschrieben werden, um das Diagnose-Interventions-System einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Ergebnisverwertung
Die Forschungsergebnisse werden in wissenschaftlichen Publikationsorganen und in adressatengerecht gestalteten Praxisratgebern publiziert. Die Diagnoseinstrumente werden durch Publikationen in Fachzeitschriften und durch Bereitstellung über die Testzentrale allgemein verfügbar gemacht. Die verschiedenen Interventionen (und auch die Diagnoseinstrumente) werden in den OpenSource-Lernplattformen Moodle und StudIP implementiert. Die Module werden innerhalb der OpenSource-Communities bereitgestellt. Zur Unterstützung der Dissemination werden Benutzerhandbücher verfasst sowie addressatengerechte Workshops entwickelt und durchgeführt.

 

Dieses Projekt wird in Kooperation mit der Universität Bielefeld bearbeitet.

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