Rückblick
Im Rahmen von My Karlsruhe Talks kamen am 28. Juni 2026 KIT-Angehörige, Bürger:innen und Studierende zusammen, um miteinander über das Thema „Dual Use – Militärische Forschung an Hochschulen?“ zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und einen offenen, respektvollen Austausch zu fördern.
Aufgrund der hohen sommerlichen Temperaturen wurde die Veranstaltung kurzfristig in klimatisierte Innenräume verlegt und mit Wassereis war für weitere Abkühlung gesorgt. So konnten die Teilnehmenden auch unter den außergewöhnlichen Wetterbedingungen in angenehmer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen.
Nach einer kurzen thematischen Einführung von Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrand beantworteten die Teilnehmenden anonym einen digitalen Fragebogen, der per QR-Code verteilt wurde. Anschließend wurden sie mithilfe einer Matching-Software gezielt mit Personen zusammengebracht, die andere Sichtweisen auf das Thema vertraten. In den rund 45-minütigen Zweiergesprächen entstand ein lebendiger Austausch mit spannenden Diskussionen, neuen Denkanstößen und der Möglichkeit, die eigene Perspektive zu hinterfragen und besser nachzuvollziehen, wie andere Menschen das Thema bewerten.
Fazit
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Gesprächsrunde, in der Erfahrungen aus den Dialogen geteilt und zentrale Erkenntnisse diskutiert wurden. Die Teilnehmenden hatten zu Beginn leichte Unsicherheit geäußert, ob sie mit einer fremden Person ins Gespräch kommen würden. Nach den Gesprächen fiel das Feedback jedoch durchweg positiv aus: Viele zeigten sich begeistert vom Austausch und wünschten sich eine Wiederholung des Formats. Zudem wurde deutlich, dass die eigenen Perspektiven und Ansichten häufig näher beieinander lagen, als sie zunächst angenommen hatten.
Das mehrsprachige Angebot in Deutsch, Englisch und Französisch ermöglichte es Teilnehmenden mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen, sich aktiv an den Gesprächen zu beteiligen und die Veranstaltung mit ihren Perspektiven zu bereichern.
Gemeinsam verwandelten wir die Triangel in eine lebendige Dialoglandschaft.
Für Interessierte
Folgende Argumente für und gegen militärische Forschung an Hochschulen wurden im thematischen Input eingebracht und sollten den Teilnehmenden als Denkanstoß dienen:
| Pro | Contra |
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Verteidigung demokratischer Gesellschaften: Militärische Forschung kann zur Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit beitragen. |
Gefahr von Schäden: Militärische Forschung kann direkt zur Entwicklung von Waffen und zur Ermöglichung von Gewalt beitragen. |
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Dual-Use-Charakter: Viele Technologien haben sowohl zivile als auch militärisch Anwendungen (z.B. Internet, GPS, Satellitentechnik, KI, Materialien). |
Verlust wissenschaftlicher Offenheit: Sicherheit- und Geheimhaltungsvorschriften können dem Ideal offener Wissenschaft widersprechen. |
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Wissenschaftliche Freiheit: Forschende sollten grundsätzlich frei sein, auch sicherheitsrelevante Fragen zu untersuchen. |
Vertrauensprobleme: Universitäten werden oft als Orte friedlicher Wissensproduktion verstanden. |
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Verantwortung gegenüber dem Staat: Öffentlich finanzierte Universitäten können als Teil der gesellschaftlichen Infrastruktur betrachtet werden. |
Pfadabhängigkeiten: Militärische Fördermittel können Forschungsagenden langfristig beeinflussen. |


