Freitag, 13.02.26
Der Freitag stand im Zeichen der praktischen Auseinandersetzung mit konkreten Beteiligungsansätzen. Im Zentrum stand die Vorstellung einer Projektarbeit von Studierenden des Instituts für Wirtschaftsinformatik (WIN), die sich mit der Stärkung der Partizipationsmöglichkeiten von Studierenden beschäftigte. Vorgestellt wurden verschiedene digitale Tools- und Plattformkonzepte, die zeigen, wie E-Partizipation Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Teilhabe fördern kann.
Die entwickelten Beteiligungsformate orientieren sich aber an konkreten hochschulpolitischen Fragestellungen. Dazu gehören unter anderem die Mitwirkung in Forschungsprojekten mit möglichem militärischem Nutzen, der Einsatz generativer KI im Studium, politische Öffentlichkeitsarbeit auf dem Campus, die Einrichtung von Unisex-Toiletten sowie die Rolle von Forschung in der Rüstungsindustrie am KIT. Anhand dieser Themen wurde sichtbar, wie digitale Beteiligung insbesondere bei kontroversen oder komplexen Entscheidungsprozessen eingesetzt werden kann.
In interaktiven Arbeitsphasen an Thementischen wurden die vorgestellten Entwürfe präsentiert und diskutiert. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Feedback zu äußern und die Konzepte abschließend mithilfe eines eigens entwickelten Fragebogens zu bewerten, der insbesondere Aspekte der Nutzererfahrung in den Blick nahm.
Ergänzend dazu bot ein Praxisvortrag zum Beteiligungssystem Liquid Feedback Einblicke in konkrete Anwendungsmöglichkeiten digitaler Demokratie. Anhand realer Einsatzszenarien wurde diskutiert, wie Online-Beteiligungsplattformen deliberative Prozesse unterstützen, Meinungsprozesse strukturieren und unterschiedliche Beteiligungsintensitäten ermöglichen können. Der Vortrag regte dazu an, die zuvor präsentierten Tool-Konzepte im Hinblick aus Umsetzbarkeit, Governance-Fragen und institutionelle Rahmenbedingungen kritisch zu reflektieren.
Auf Grundlage der Diskussionen und Arbeitsphasen wurden abschließend zentrale Thesen zur Gestaltung digitaler Beteiligung im Hochschulkontext formuliert. Diese werden derzeit zusammengeführt und in Kürze ergänzt.
Die teilnehmenden Expert:innen waren:
Dr. Jonas Fegert (HoP/FZI), Amal Labbouz (WIN) und Studierende der Veranstaltung "Digital Democracy" (WIN)

