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House of Competence (HoC)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Straße am Forum 3
Geb. 30.96
76131 Karlsruhe

 

Telefon: +49 721 608 45245

E-Mail: serviceCxh0∂hoc kit edu

 

 

TAGUNGSBESCHREIBUNG

Die Existenzberechtigung von Schlüsselqualifizierung an deutschsprachigen Hochschulen steht nicht  mehr zur Disposition. Der Erwerb von Schlüsselqualifikationen (SQ) im Studium ist im Gefolge des  Bologna-Prozesses größtenteils in die Angebotsstrukturen deutscher Hochschulen integriert. Brisanter denn je erscheint uns aber das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Ausrichtung einerseits und Dienstleistungsorientierung andererseits. Im Kern geht es um standortspezifische Entscheidungen  darüber, wie SQ-Zentren ihr Angebot weiter inhaltlich professionalisieren und zugleich institutionell im Hochschulgefüge verankern können. Daran schließt sich die Überlegung an, inwieweit eigenständige SQ- Forschung an Kompetenzzentren überhaupt Voraussetzung ist, damit professionelle Lehre angeboten werden kann.  

Auf unserer Tagung in Karlsruhe sollen deshalb Chancen und Risiken einer wissenschaftsorientierten  Ausrichtung von Kompetenzzentren ausgelotet werden. Wie also kann SQ-Forschung konzipiert  werden, die unmittelbar zur Erstellung von Lehrmaterial führt. Die Frage, ob forschungsorientierte Lehre im Kompetenzerwerb zur Professionalisierung notwendig ist, ist dabei anhand von Praxisbeispielen zu diskutieren. Unentschieden – und damit besonders spannend – scheinen uns das methodische Setting und die fachwissenschaftliche Verortung solcher Forschungen: Welche Rolle spielen die Heimatdisziplinen der verschiedenen Akteure. Auch die daraus erwachsenden Konsequenzen sind zu bedenken: Soll es SQ-Zentren in erster Linie darum gehen, Lehrkräfte hochschuldidaktisch zu qualifizieren oder eher  darum, akademischen Nachwuchs zu fördern?  Als zentrale Einrichtung zur forschungsbasierten Vermittlung von Schlüsselqualifikationen steht das  House of Competence (HoC) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vor diesen Fragen. Aus den skizzierten Problemfeldern und den Arbeitsgebieten der SQ-Praxis geht folgender Zuschnitt der Tagung hervor:  

 

Plenar-Panel: Professionalisierung und Institutionalisierung von SQ: Standards und Strategien

Panel 1: Lehre – Beratung – Forschung: Lernprozesse im Hochschulkontext fördern

Panel 2: Fächerübergreifende Methodenausbildung in der Hochschule

Panel 3: Schreibforschung und Schreibdidaktiken

Panel 4: Forschung zur Gesundheitsförderung von Studierenden  

 

Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Verständniszusammenhänge zu professionalisierten SQ- Angeboten existieren, wie sich die Anbieter zwischen Forschung, Lehre und Dienstleistung verorten  und welche expliziten wie impliziten Konzepte dem professionellen Handeln zugrunde liegen. Herzlich eingeladen sind:

  • in SQ-Einrichtungen tätigen Kolleg*innen aller Hochschultypen,
  • Dozent*innen, die SQ-Lehre anbieten,
  • Fachwissenschaftler*innen, die in ihren Studiengängen SQ anbieten (wollen),
  • Vertreter*innen der Wissenschafts- und Hochschulforschung,
  • Wissenschaftler*innen, die SQ beforschen,
  • Studiengangsverantwortliche (einschließlich Studiendekan*innen),
  • Wissenschaftsmanager*innen
  • Peer-Tutor*innen (z.B. Schreibtutor*innen, Lerntutor*innen, Präsentationstutor*innen),
  • Personen aus dem betrieblichen und studentischem Gesundheitsmanagement,
  • Studierende

 

 

BESCHREIBUNG DER PANELS

Plenar-Panel: „Professionalisierung und Institutionalisierung von SQ: Standards und Strategien“
Die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen ist mehr als 15 Jahre nach Bologna zweifellos zur Routine geworden: hinsichtlich der Arbeitsgebiete, der Akteure und der Institutionen. In unserem Plenar-Panel „Professionalisierung und Institutionalisierung von SQ: Standards und Strategien“  wollen wir diskutieren, welche Mindeststandards für die Professionalisierung und Institutionalisierung von SQ an Hochschulen gesetzt werden können und welche Tendenzen und Merkmale zu erkennen sind. Anhand folgender Leitfragen wollen wir Strategien für die zukünftige Ausgestaltung von SQ an Hochschulen entwickeln: Was ist auf der institutionellen, personellen und wissenschaftlichen Ebene zu tun, um die Qualität einer kontextspezifischen, akademischen und zielgruppenspezifischen Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zu gewährleisten und weiter zu entwickeln? Welche Relevanz und Funktion wird SQ seitens der Wissenschaft zugeschrieben? Welche Rolle spielt SQ für die bundesweite Hochschulpolitik? Wie professionalisiert ist der SQ-Bereich im deutschsprachigen Raum überhaupt?  Gibt es einen Bedarf an einer fachübergreifenden SQ-Forschung, mit der die gemeinsamen Merkmale von SQ jenseits domänenspezifischer Besonderheiten identifiziert und untersucht werden? Inwiefern sind Schlüsselqualifikationen anschlussfähig an institutionelle Strategien zur Verbesserung der Lehre an Hochschulen? Muss professionelles Handeln im SQ-Bereich auch professionalisiert sein?

 

Panel 1: „Lehre – Beratung – Forschung: Lernprozesse im Hochschulkontext fördern“
Das selbständige Aneignen von Wissen stellt einen Schwerpunkt studentischen Lernens dar. Selbstreguliertes Lernen impliziert neben kognitiven Prozessen die Anwendung von Regulationsmechanismen wie z.B. Zeit- und Selbstmanagement, Emotionsregulation und Strategien gegen das Aufschieben. Zunächst möchten wir gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten Lehre und Beratung an Hochschulen zur Förderung selbstregulierter Lernprozesse überhaupt bieten, um in einem zweiten Schritt zu diskutieren, wie solche Unterstützungsangebote inhaltlich ausgestaltet und sinnvoll im Hochschulkontext (wie z.B. in SQ-Zentren) verortet werden können. Anhand von Beispielen aus der Praxis soll dargestellt werden, inwiefern aktuelle Forschungsergebnisse in die Konzeption von Lehr- und Beratungsangeboten einfließen und bei der Erstellung von Lehrmaterial Berücksichtigung finden können.

Call for Papers

 

Panel 2: „Fächerübergreifende Methodenausbildung in der Hochschule“ diskutiert Forschungsergebnisse sowie Lehr-Lernformate und konzeptionelle Ideen zur fachübergreifenden Methodenausbildung in der deutschen Hochschullandschaft. Dabei wollen wir uns einen Überblick über folgende Fragen verschaffen: Welche Methoden kommen außerhalb ihrer Herkunftsdisziplinen und damit fächerübergreifend zum Einsatz (z.B. Projektmanagementmethoden, Kreativitätsmethoden, qualitative Methoden empirischer Sozialforschung, Präsentationsmethoden)? Wie ist die Vermittlung dieser Methoden in der fachübergreifenden Lehre an Hochschulen im deutschsprachigen Raum verankert? Wie können entsprechende Lehr-Lern-Formate aussehen? Welche Rolle spielt Forschung (und auch welche Art von Forschung) bei der Entwicklung von Kursformaten und Arbeitsmaterialien? Welche Kompetenzen werden mittels einer fachübergreifenden Methodenausbildung explizit und implizit gefördert?

Näher anschauen wollen wir in dem Panel zudem qualitative Methoden der empirischen Forschung, die mittlerweile in verschiedenste Disziplinen auch außerhalb der Sozialwissenschaften Einzug gehalten haben. Hier fragen wir: Welche qualitativen Verfahren werden von welchen Disziplinen adaptiert? Welche Kompetenzen werden durch eine qualitative Methodenausbildung explizit, v.a. aber auch implizit gefördert (z.B. bestimmte soziale und personale Kompetenzen)? Wie können Lehr-Lern-Formate aussehen, die die Entwicklung dieser Kompetenzen im Rahmen qualitativer Methodenausbildung gezielt fördern? Hat der Export qualitativer Methoden empirischer Sozialforschung in andere Disziplinen eine Auswirkung auf die Sozialwissenschaften? Wenn ja, welche?

Call for Papers

 

Panel 3: „Schreibforschung und Schreibdidaktiken“ diskutieren die fachwissenschaftliche Verortung als Teildisziplin z.B. von Pädagogik, Germanistik und Psychologie. In der aktuellen Debatte verstärkt sich die Aufmerksamkeit in Richtung einer ‚Schreibzentrumsforschung‘. Gerade in diesem neuen disziplinären Feld erscheint es uns von besonderer Relevanz, danach zu fragen, welche methodischen Designs hierfür zugrunde gelegt werden (können). Praxisnah möchten wir herausfinden, unter welchen Voraussetzungen wir von Empirie reden dürfen, wenn es um Schreibübungen als Forschungsergebnisse geht. Vor allem interessieren uns in diesem Panel Überlegungen zum gegenwärtigen Stand der Institutionalisierung von Schreibzentren.

Call for Papers

 

Panel 4: „Forschung zur Gesundheitsförderung von Studierenden“ nimmt die anhaltende Debatte um die zunehmende Belastung von Studierenden an den Hochschulen zum Anlass, systematisch nach dem geeigneten Ort für ein Studentisches Gesundheitsmanagement (SGM), in Analogie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) an deutschen Hochschulen zu fragen. Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf die Möglichkeiten von SQ-Einrichtungen und den dort entwickelten Angeboten etwa zum Thema Stressmanagement. Gemeinsam mit anderen Akteuren aus dem Umfeld der ‚Gesunden Hochschule‘ wollen wir die Potentiale von SQ-Einrichtungen zur Entwicklung, Umsetzung und Evaluation einer Gesundheitsförderung von Studierenden beleuchten.

Call for Papers