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Archiv

Mai 2020

Sitzplatzübung 

Der Mai ist die Zeit, in der wir die Natur wieder bewusst erleben. Auch die Wissenschaft hat diverse gesundheitsfördernde Auswirkungen festgestellt, die eintreten, wenn wir uns in die Natur begeben. Je bewusster dies geschieht, desto größer der Effekt.

Die folgende Achtsamkeitsmeditation ist bei vielen Naturvölkern der Erde sehr verbreitet. Und sie kann gerade auch jetzt in Corona-Zeiten eine sehr wertvolle Übung sein, um der Seele Kraft zu geben.

 

 

Diese Übung als Audiodatei hören: 

AUDIO

 

 

Nehmen Sie sich etwa eine halbe Stunde oder mehr Zeit. Finden Sie einen Platz in der Natur, der Sie anspricht. Es kann unter einem schönen Baum sein oder an einem kleinen Fluss, am Waldrand oder auf einer kleinen Lichtung. Es kann aber auch auf einer Parkbank, auf Ihrem Balkon oder sogar am geöffneten Fenster sein. Der Aufwand, den Sie damit haben, sollte möglichst gering sein und gut in Ihren Alltag passen. Nun setzen Sie sich hin. Achten Sie darauf, dass Sie es bequem haben und Ihnen warm genug ist. Nehmen Sie sich dann einen Moment Zeit, um anzukommen, bevor Sie mit der Übung beginnen. Ihr Blick geht zum Horizont. Versuchen Sie alles in Ihrem Sichtfeld zu sehen, ohne den Fokus auf irgendetwas zu legen (alles sehen, nichts anschauen). Nehmen Sie die Bewegungen wahr, das ›Spiel‹ zwischen Hell und Dunkel. Sehen Sie den dreidimensionalen Raum. Öffnen Sie Ihre Ohren dafür, alles in Ihrer Umgebung zu hören. Bleiben Sie beim gegenwärtigen Moment. Lassen Sie die Geräusche quasi durch sich durch – nichts haftet an Ihnen an. Lassen Sie einen dreidimensionalen Klangraum um Sie herum entstehen. So können Sie Dinge in der Umgebung um sich herum wahrnehmen, die Sie mit dem Auge nicht sehen können.

 

Wiederholen Sie diese Aufgabe fünfmal innerhalb einer Woche. Wenn es möglich ist, können Sie sie zu ganz unterschiedlichen Uhrzeiten machen. Mal früh morgens zum Sonnenaufgang, mal mittags, wenn die Sonne am höchsten steht, oder mitten in der Nacht.

 

Aus: Anna Lehner, Michael Stolle: Warum nicht anders? Der Alltag als Übung, Karlsruhe 2019, S. 102 f. Nach Doris: Iding: Achtsamkeit. Mein Übungsbuch für mehr Balance und Harmonie, München 2015, S.32f.

 

 

April 2020

Der Film meines Lebens 

 

In Umbruchsituationen oder Phasen der Veränderung werden wir häufig mit der Frage konfrontiert, ob wir uns auf dem ›richtigen Weg‹ befinden. Ob wir so leben, wie wir es uns vorstellen oder aus tiefstem Herzen wünschen. In solchen Momenten kann es hilfreich sein, sich in Selbstreflexion zu üben.

 

Werden Sie sich darüber bewusst, was Ihnen wirklich wichtig ist und welche Vorstellungen Sie von einem erfüllten Leben haben. Eine kreative Herangehensweise, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, ist, sich als Regisseur seiner Lebensgeschichte zu betrachten.

 

Wenn Sie einen Film über Ihr Leben verfassen würden: Welche Art von Film wäre es? Ein Krimi, eine Komödie, ein Science-Fiction-Film oder ein anderes Genre? Wie würde der Titel des Films lauten? Welche Rolle würden Sie bzw. Ihre Freunde oder Familienmitglieder darin spielen? Welche Schauspielerin oder welcher Schauspieler würde Ihre Rolle besetzen? Welche Darstellerinnen oder Darsteller würden Sie für die anderen Rollen buchen? In welcher Szene des Films befinden Sie sich aktuell? Wie würde der Film enden? Gibt es eine besondere Titelmusik?

 

Notieren Sie Ihre Gedanken. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Prüfen Sie anschließend: Welche Werte können Sie aus Ihren Ideen ableiten? Entsprechen Ihre Vorstellungen Ihrer gegenwärtigen Lebenssituation? Welche Ziele möchten Sie sich setzen, um Ihre Ideen zu realisieren? Welche Schritte sind zu tun?

 

von Marie-Hèlène Seidl-Scheerer

 

Aus: Anna Lehner, Michael Stolle: Warum nicht anders? Der Alltag als Übung, Karlsruhe 2019, S. 102 f. Nach Doris: Iding: Achtsamkeit. Mein Übungsbuch für mehr Balance und Harmonie, München 2015, S.94f.