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House of Competence (HoC)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Straße am Forum 3
Geb. 30.96
76131 Karlsruhe

 

Telefon: +49 721 608 45245

E-Mail: serviceVov9∂hoc kit edu

 

 

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PANEL 1: LEHRE – BERATUNG – FORSCHUNG: LERNPROZESSE IM HOCHSCHULKONTEXT FÖRDERN
Chair: Prof. Dr. Ines Langemeyer, Dr. Simone Nadine Löffler, Karlsruhe

 

Studium als soziale Praxis erfassen –
Empirische Notwendigkeiten und Anforderungen

Ass.Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs (TU Kaiserslautern), Jun.-Prof. Dr. Sandra Hofhues (Universität zu Köln), Jun.-Prof. Dr. Sandra Aßmmann (Ruhr-Universität Bochum) & Prof. Dr. Taiga Brahm (Universität Tübingen)

Unter dem Titel „Studium als soziale Praxis erfassen“ fokussieren wir als Team von Forscherinnen soziale Handlungspraktiken von Studierenden. Wir fragen, welchen Beitrag insbesondere rekonstruktive und designorientierte Verfahren leisten können, studentische Handlungspraktiken zu erklären und welche Implikationen sich infolge des Zugangs ergeben, das Studiums als soziale Praxis zu fördern. Auf Basis eines Impuls-Vortrags aus unserem BMBF-geförderten Forschungsprojekt „You(r) Study“ möchten wir in Diskussion darüber kommen, wie wir in unterschiedlichen Rollen (Forschung, Lehrforschung, Qualitätsentwicklung) Studieren als soziale Praxis zwischen Lehre und Forschung erheben und angesichts des zugrunde liegenden Kontexts für die digitale Hochschulbildung weiterentwickeln können.

 

Forschendes Lehren und Lernen:
Empirische Befunde aus drei Lehrforschungsprojek
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Bastian Hodapp (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

In einem auf drei Semester ausgelegten Lehrforschungsprojekt wurde ein neues Prüfungsformat beim Forschenden Lernen entwickelt, erprobt und evaluiert, sogenannte Videodokumentationen. Die Studierenden (n=104; Master Erziehungswissenschaft) hatten dabei die Möglichkeit zwischen einer Studienleistung und einer Prüfungsleistung (Videodokumentation) zu wählen. Im Rahmen der Begleitforschung wurde unter anderem untersucht, ob sich mit Blick auf die Ungewissheitstoleranz und die Leistungsmotivation Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen zeigen (Studien- versus Prüfungsleistung). Studierende, die sich für das neue Prüfungsformat entschieden hatten, weisen signifikant höhere Werte der Ungewissheitstoleranz auf.

 

Vermittlung von forschungsrelevanten Fähigkeiten zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Master of Education.
Dr. Julia Suckut (Universität zu Köln)

Ein Ziel der Kölner „Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung“, einem Projekt der Qualitätsoffensive Lehrerbildung, liegt in der Erhöhung der Promotionen mit Lehramtsbezug. Dazu wurde das fächerübergreifende Konzept der Forschungsklassen entwickelt. In diesen können sich Studierende im Master of Education gezielt in fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Forschung weiterqualifizieren und lernen Forschungsprozesse selbständiger zu navigieren. Wir stellen in unserem Vortrag den theoretischen Hintergrund des Konzeptes sowie entwickelte Arbeitsmaterialien vor und geben einen Einblick in die begleitend durchgeführten Evaluationen der Forschungsklassen.

 

Fragenstellen als Lernstrategie?
Unterstützung des selbstregulierten Lernens in einer Bachelorvorlesung

Dr. Natalie Enders (Leibniz Universität Hannover)

Mit dem Ziel der curricular integrierten Förderung von Schlüsselkompetenzen wurde im WiSe 2016/17 das Fragenstellen als Lernstrategie in einer Grundlagenvorlesung für n=220 Bachelorstudierende implementiert. Die Teilnehmer/-innen veröffentlichten auf freiwilliger Basis selbstkonzipierte MC-Fragen im Forum zur Veranstaltung. Als Anreiz hierfür wurden zwei der Fragen in die Abschlussklausur aufgenommen.

Obwohl die Befragungsergebnisse zu Semesterbeginn auf eine relativ leistungsstarke, interessierte und ambitionierte Lerngruppe hindeuteten, nutzten lediglich n=20 Studierende das Forum aktiv. Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Forennutzung und der Klausurnote, jedoch liefert eine Abschlussbefragung wichtige Hinweise auf Nutzen und Hindernisse von Lernstrategien aus Studierendensicht.

 

Qualitative Studie zur Effektivität des Studiencoachings an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Debora Peine (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Während psychotherapeutische Beratungsangebot an Universitären meist einen Schwerpunkt auf den Umgang mit psychischen Erkrankungen legen, hat das Studiencoaching am ZfbK (Zentrum für fremdsprachliche und berufsfeldorientierte Kompetenzen) die Aufgabe, die individuelle Studienkompetenz zu stärken. Grundlage hierfür ist der systemische Beratungsansatz. Vorgestellt werden in diesem Vortrag erste Ergebnisse aus der qualitativen Studie zur Effektivität des Studiencoachings, die einen differenzierten Einblick in Beweggründe für die Nutzung sowie die Wirkweise des Studiencoachings geben soll. Hierzu wurden teilstrukturierte, leitfadengestützte Interviews geführt. Bei der inhaltlichen Analyse stehen Motive, subjektive Sichtweisen und Erfahrungen der Ratsuchenden im Vordergrund.

 

Studienerfolg im Längsschnitt –
Das Modellprojekt „Flexible Studieneingangsphase“

Frank Mayer (Hochschule Osnabrück)

Mit der Option einer Streckung der ersten beiden Semester auf drei wird an der Hochschule Osnabrück ein Modellprojekt in Ingenieur- und Informatikstudiengängen durchgeführt. Ziele sind die Senkung von Durchfallquoten und Studienabbrüchen bei heterogenen Gruppen. Der Fokus liegt auf dem Grundlagenmodul Mathematik. Begleitend zur Streckung wurde ein Eingangstest samt Feedbackgespräch durchgeführt, mathematisches Basiswissen und Lerntraining wurden als integrative, Mentoring und StudienErfolgsBeratung als additive Elemente angeboten. Die Evaluierung mittels einer Längsschnittstudie zeigt positive Ergebnisse in Bezug auf Noten und Abbruchquoten. Motivationale (Erwartungs-Wert-Ansatz, Fähigkeitsselbstkonzept) und Verhaltensaspekte (Lernstrategien, Selbstregulation) werden derzeit ausgewertet.

 

Das Orientierungspraktikum im polyvalenten Zwei-Hauptfächer-Bachelorstudiengang
Michael Thimm (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Das dreiwöchige Orientierungspraktikum im neuen Bachelor-Master-Lehramtsstudium ist ein Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften und gibt den Studierenden frühzeitig die Möglichkeit, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung zu reflektieren bzw. zu überprüfen. Damit leistet es im Hochschulkontext einen wichtigen Betrag zur Prävention von Studienabbrüchen und sensibilisiert die Studierenden für die Anforderungen des Lehrberufs. Das gesamte Modul zielt auf eine bessere Verzahnung von universitärer Ausbildung und Praxisphasen in der Lehrerausbildung ab. Durch eine umfangreiche Vorbereitung auf das Praktikum sowie gezielte Aufgabenstellungen, die im Verlauf des Praktikums bearbeitet werden, können in hohem Maße selbstregulierte Lernprozesse initiiert werden.

 

Evaluation und evidenzbasierte Progression technikgestützter Interventionsmethoden zur Reduktion von Prokrastinationsverhalten im Studienalltag
Lena M. Wieland, Eliane Dominok, Matthias F. Limberger & Prof. Dr. Ulrich W. Ebner-Priemer (KIT)

Im Studierendenalltag sind Selbststeuerungsfähigkeiten bedeutsam, es müssen eigenmotiviert Ziele gesetzt und Strategien zur Zielerreichung ausgewählt werden (Götz & Nett, 2011). Prokrastinierende Personen folgen ihren Ziel-Intentionen jedoch nicht, sie schieben die Bearbeitung wichtiger Aufgaben auf. Daher werden Studierenden des KIT über einen Massive Open Online Course (MOOC) Selbststeuerungskompetenzen zur Verringerung von Prokrastinationsverhalten vermittelt. Die Wirksamkeit des MOOCs wird überprüft und es wird eine App-basierte Intervention entwickelt, die den Transfer der Interventionsinhalte in den Alltag erleichtern soll.

 

Verzahnung und Verortung außercurricularer und curricularer Unterstützungsangebote an der Hochschule –
Praxisbeispiel „Selbstlernzentrum“ der TU Kaiserslautern

Sarah Keller & Annika Meier (TU Kaiserslautern)

Wie können im Projekt entwickelte Maßnahmen langfristig an der Hochschule verankert werden? Welche Verortungs- und Verzahnungsmöglichkeiten gibt es? Anhand des Praxisbeispiels „Selbstlernzentrum“ sollen diese Aspekte beleuchtet werden. Im Fokus des Projektes stehen die Förderung und Befähigung von Selbstorganisation und -reflexion Studierender im durch den Studienablauf vorgegebenen Rahmen. Mit der zweiten Projektförderphase (seit Oktober 2016) rückt eine noch engere Verzahnung der Maßnahmen (Gruppentrainings: Diemersteiner Selbstlerntrage, Online-Module: eDSL, Lerncoaching, Peer-Coaching) in den Vordergrund, wobei die sinnvolle Einbettung dieser in curriculare und außercurriculare Kontexte ausgelotet wird.

 

Das Staufer Studienmodell –
Ein fächer- und studiengangsübergreifendes Konzept zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen

Lisa Laber & Dr. R.-Philipp Rackwitz (PH Schwäbisch Gmünd)

Das Staufer Studienmodell der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ist ein im Rahmen des Qualitätspakts Lehre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes hochschulübergreifendes Studienkonzept, mithilfe dessen selbstgesteuerte Lernprozesse unterstützt sowie studien- und berufsrelevante Schlüsselqualifikationen vermittelt werden.

Dazu werden verbindliche Angebote sowie Grundlagenmodule in der Studieneingangsphase mit im Studienverlauf bedarfsorientiert wählbaren Kompetenzworkshops sowie Lehr- und Beratungsangeboten verschiedener Lernwerkstätten (Schreib-, Medien-, Forschungswerkstatt) gekoppelt, wobei eine prozessorientierte, auf die unterschiedlichen Anforderungen des Studiums ausgerichtete Unterstützung im Vordergrund steht.

In dem Vortrag sollen das Konzept des Staufer Studienmodells, die verschiedenen Angebote sowie Ergebnisse aus der laufenden Evaluation vorgestellt werden.

 

Geballte Unternehmer/innen-Kompetenz für Bachelor-Stdierende zur eigenen Profilschärfung
Ulrike Bleh, Katja Fimmen (Universität Freiburg)

In Kooperation mit der IHK Südlicher Oberrhein hat das Zentrum für Schlüsselqualifikationen der Universität Freiburg ein neues Lehrformat für den überfachlichen Bereich der Berufsfeldorientierten Kompetenzen (BOK) in den Bachelor-Studiengängen entwickelt. Seit dem WS 2016/17 erhalten Studierende die Möglichkeit, durch die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten im Rahmen von Kompetenzchecks und durch den aktiven Austausch mit Unternehmensvertreter*innen, ihre Kompetenzen mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes abzugleichen. Die Unternehmer*innen schildern eigene Berufswege, stellen das eigene Unternehmen vor, zeigen Tätigkeitsfelder auf und spezifizieren die Kompetenzanforderungen an Berufseinsteiger*innen. Dadurch entdecken die Studierenden neben ihren persönlichen Stärken auch Lernfelder und werden ermutigt, diese gezielt weiter auszubauen.

 

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PANEL 2: FÄCHERÜBERGREIFENDE METHODENAUSBILDUNG IN DER HOCHSCHULE
Chair: Dr. Alexa Maria Kunz, Karlsruhe

 

Fächerübergreifende Methodenausbildung an deutschen Hochschulen – Ergebnisse einer ersten empirischen Bestandsaufnahme
Dr. Alexa Maria Kunz (KIT), Stefanie Enderle (KIT)

Im Vorfeld der Tagung „Professionalisierung von Schlüsselqualifikationsangeboten (SQ)“ wurde am Methodenlabor des HOC eine empirische Studie zu „SQ an deutschen Hochschulen“ durchgeführt. Neben einer Dokumentenanalyse v.a. von Webauftritten von SQ-Anbietern und einer Umfrage bei den Hochschulleitungen bildete eine Online-Umfrage einen methodischen Bestandteil der Studie. Untersucht wurde u.a., unter welchen Begriffen SQ an deutschen Hochschulen angeboten werden, welche Themen im fachübergreifenden Bereich behandelt werden und wie die SQ-Angebote an den Hochschulen institutionell verankert sind. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Studie speziell mit Blick auf den Bereich der fachübergreifenden Methodenausbildung vorgestellt.

 

Qualitatives Forschen im peer-to-peer – Angebote und Arbeitsformen qualitativer Methodenlehre am Beispiel der Hochschule Magdeburg-Stendal
Dr. Heike Kanter (Hochschule Magdeburg-Stendal), Prof. Dr. Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Im Rahmen der qualitativen Sozialforschung entwickeln sich seit den 1970er Jahren kooperative Arbeitsweisen stetig weiter, insbesondere sog. Forschungswerkstätten sind integraler Bestandteil der Methodenausbildung an Universitäten und Hochschulen. Mit dem Poster werden Ergebnisse einer online-Umfrage an der Hochschule Magdeburg-Stendal vorgestellt. Trotz aller Kanonisierung zeigt sich eine Diversifikation mit Blick auf Erhebungs- und Auswertungsmethoden sowie ein ausdifferenziertes Lehrangebot zur qualitativen Forschungspraxis. Hier findet ein peer-to-peer-Lernen der Studierenden vor allem projektbezogen statt. Dabei werden gemeinsame und Einzelvorhaben bearbeitet unter Einbezug aller Phasen im Forschungsprozess. Disziplinspezifische Differenzen werden in der Präsentation herausgestellt.

 

Die Forschungswerkstatt des Staufer Studienmodells an der PH Schwäbisch Gmünd: ein Angebot zur fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung im Bereich quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden der empirischen Sozialforschung
Dr. Rüdiger-Philipp Rackwitz (Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd)

Das Staufer Studienmodell der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ist ein im Rahmen des Qualitätspakts Lehre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes hochschulübergreifendes Studienkonzept.
Ein zentraler Bestandteil ist die Forschungswerkstatt, die auf die Vermittlung studien- und berufsrelevanter Schlüsselkompetenzen im Bereich der empirischen Sozialforschung im Sinne des „Forschenden Lernens“ abzielt. Dazu wird im Rahmen verschiedener Lehrangebote, Workshops und individueller Beratung der gesamte Forschungsprozess in den Blick genommen. Ziel ist, im Rahmen von selbstgesteuerten und kooperativen Lern- und Arbeitsprozessen die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen zu fördern.
In dem Vortrag werden die verschiedenen Beratungs- und Lehrangebote der Forschungswerkstatt vorgestellt und Ergebnisse aus der laufenden Evaluation berichtet.

 

Bridging gaps: Aufbau eines fakultätsübergreifenden Methodenzentrums an der Ruhr Universität Bochum
Sebastian Gerhartz (Ruhr-Universität Bochum), Yvonne Kohlbrunn (Ruhr-Universität Bochum)

Das 2016 gegründete Methodenzentrum der RUB zielt mit Workshops, E-Learning- und Beratungsangeboten auf die Unterstützung der Studierenden bei empirischen Forschungsarbeiten. Verankert in den Fakultäten für Sozial- und Erziehungswissenschaft stehen Methoden der empirischen (quantitativen wie qualitativen) Sozialforschung im Mittelpunkt.

Die fächerübergreifende Ausrichtung eröffnet Potenziale, aber auch Problemfelder: Unterschiede im Vorwissen und den Perspektiven auf den Methodenbegriff, aber auch in Bedarf und Akzeptanz der Angebote. Der Beitrag stellt unsere Erfahrungen aus der Arbeit in diesem Spannungsfeld vor. Ergebnisse einer Befragung aller Lehrenden der RUB ermöglichen uns dabei, ein differenziertes Bild der Rahmenbedingungen interdisziplinärer Methodenausbildung zu zeichnen.

 

Wissenschaftskommunikation als Beitrag zur fachübergreifenden Methodenausbildung
Beatrice Lugger (Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation)

WissenschaftlerInnen sind immer stärker gefordert, ihre Forschungsergebnisse verständlich zu vermitteln und diese gut zu präsentieren. Sei es in Form einer verständlichen Einführung bei Forschungsanträgen; sei es in Bürgerdialogen; im Austausch mit Medien oder am Tag der offenen Tür eines Forschungsinstituts. Das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) bietet für Wissenschaftskommunikation mit der Öffentlichkeit ein breites Portfolio an Seminaren – auch für Studierende des KIT über das HOC seit 2012. Zwei Kernelemente der Lehre ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch alle Seminartypen: Der NaWik-Pfeil, der hilfreich ist in der Vorbereitung auf jedwede kommunikative Situation, und das NaWik-Kleeblatt, das einprägsam die wichtigsten Faktoren für verständliches Formulieren zusammenfasst. Der Beitrag stellt diese beiden Kernelemente sowie Erfahrungen mit deren Einsatz in der Lehre vor.

 

Qualitative Forschungshaltungen lehren und lernen – Zur Aneignung eines qualitativen Forschungsstils
Prof. Dr. Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Im Rahmen der Methodenlehre zu qualitativer Forschung werden eine Fülle an Erhebungs- und Auswertungsverfahren behandelt. Besonderer Wert wird z.B. auf Gesprächsführung bei Interviews, Moderationshandeln bei Gruppendiskussionen oder Protokollierung bei ethnografischen Studien gelegt. Im Vortrag wird darüber hinaus verdeutlicht, dass weit mehr Kompetenzen in der Auseinandersetzung mit qualitativer Forschung angeeignet werden, die die Forschenden als Person tangieren: Eine qualitative Forschungshaltung umfasst etwa Reflexivität, Subjektivität, Perspektivität. Um dies kenntlich zu machen, werden im Vortrag die Essentials qualitativer Forschung als Bezugspunkt gewählt, auch wird auf Formate wie Forschungs-/Projektwerkstätten als Settings zur Aneignung eines qualitativen Forschungsstils eingegangen.

 

Die Kunst des forschenden Handelns - Zu (fachübergreifenden) Kompetenzen in der qualitativen Methodenlehre
Dr. Paul Eisewicht (Technische Universität Dortmund)

Studierende in qualitativen Forschungsprogrammen und Methoden zu schulen, stellt Lehrende und Studierende vor zwei große Probleme. Einerseits sind qualitative Methoden ein Kunsthandwerk, dessen handwerklicher Teil sich zwar in Anleitungen formulieren lässt, der aber ohne ein Gespür für die Daten, ein (auch glückliches) Händchen in der Auswahl und Erhebung sowie ein Auge für feine Unterschiede in der Analyse kaum mehr als deskriptiven 'Einheitsbrei' verspricht. Andererseits sind damit Kompetenzen gefordert, die über 'bloßes' Wissen hinausgehen und zu deren Entwicklung Lehrende Gelegenheiten schaffen können, deren Bildung sie weder mechanisch produzieren noch garantieren können. In dieser - zugespitzt formuliert - scheinbaren Unlehrbarkeit qualitativer Sozialforschung liegt aber zugleich der Reiz und das Potential, gerade auch für fachfremde Studierende, ihr disziplinär geschultes Forschungshandeln zu reflektieren. Im Vortrag soll in Rückgriff auf ein soziologisch fundiertes Kompetenzverständnis und in Anlehnung an Entwicklungspfade der Kompetenzbildung reflektiert werden, welche (überfachlichen) Kompetenzen Studierende in der qualitativen Methodenausbildung entwickeln können und welche Konsequenzen für die Lehrpraxis daraus gezogen werden können.

 

Forschungsethische Reflexivität als transdisziplinäre Kompetenz
Prof. Dr. Hella von Unger (Universität München)

Forschungsethische Fragen sind immanenter Bestandteil der Forschungspraxis und erfordern komplexe Abwägungs- und Entscheidungsprozesse. In letzter Zeit wird verstärkt diskutiert, wie forschungsethische Kompetenzen in der Methodenausbildung vermittelt werden können. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie dies im Kontext einer fächerübergreifenden Forschungspraxis und Methodenausbildung gestaltet werden kann. Ich argumentiere, dass sich forschungsethische Reflexivität grundsätzlich als eine transdisziplinäre Kompetenz begreifen lässt.

 

Strukturierte Ableitung von Qualifikationszielen im Schlüssel- und Methodenkompetenzbereich – Wie machen wir das?
Prof. Dr. Tobias Seidl (Hochschule der Medien Stuttgart)

Schlüsselkompetenzen (SK) sind heute ein wichtiger Teil der Qualifikationsziele von Studiengängen, die im Rahmen der Curriculumsentwicklung festgelegt werden. Dieser Prozess verläuft jedoch häufig unstrukturiert und unsystematisch. Im Beitrag wird ein Modell vorgestellt, wie SK strukturiert abgeleitet werden können. Das Modell kombiniert eine bedarfsorientierte Perspektive mit einem verlaufsorientierten Ansatz. Dabei werden drei Ableitungsebenen unterschieden:

  1. Heute: Welche SK benötigen Studierende, um ihr Studium erfolgreich absolvieren zu können?
  2. Morgen: Welche SK benötigen Studierende um in der momentanen Lebens-/ Arbeitswelt erfolgreich bestehen zu können?
  3. Übermorgen: Welche SK benötigen Studierende um in der Lebens-/Arbeitswelt der Zukunft erfolgreich bestehen zu können?

Passend zu den Ebenen werde Möglichkeiten bzw. Quellen für die Ableitung der Kompetenzen vorgestellt.

 

Gesprächsforschung als Methode zur Professionalisierung kommunikativer Soft Skills
Dr. Julia Sacher (Universität Köln)

In vielen Berufen gehört die Kommunikation mit anderen Menschen zum professionellen „Handwerkszeug“. Wie aber kann eine solche Professionalisierung bereits in der universitären Ausbildung geschehen und um welche Art von kommunikativen Kompetenzen kann es dabei gehen?  Vorgehensweise und analytische Konzepte der Gesprächsforschung können bei der Annäherung an diese Fragen didaktisch wertvolle Dienste leisten. Anhand eines Seminars im Master of Education  zum Thema „Unterrichtskommunikation“ soll gezeigt werden, wie eine prozessbezogene Sensibilisierung für berufsspezifische kommunikative Prozesse gestaltet werden kann.

 

Wirkung und Nutzen fächerübergreifender und fachspezifischer Kurse zur richtigen Vortragsweise – Lehrkonzepte und Forschungsergebnisse
Dr. Ulrike Nespital (Universität Gießen)

Der Bedarf an rhetorischen Kompetenzen in Studium und Beruf ist hoch. Am ZfbK (Zentrum für fremdsprachliche und berufsfeldorientierte Kompetenzen) der Universität Gießen werden fächerübergreifende Kurse zur mündlichen Kommunikation für Studierende angeboten. Um diese notwendigen Schlüsselqualifikationen mit spezifischen Fachinhalten kombiniert zu vermitteln, wurden Co-Teaching-Lehr-Lernkonzepte entwickelt und qualitativ untersucht.

Dieser Beitrag behandelt die Studie „Wirkung und Nutzen einer Vortragsschulung – Evaluierung des Seminars „Kompetent Referate halten“ und die Vorpilotstudie des auf diesem Lehrkonzept basierenden Kurskonzepts im Studiengang Materialwissenschaft mit dem Fokus auf das Vortragen von Forschungsthemen. In beiden Studien wurde eine signifikant effektive Wirkung des Lehrkonzeptes festgestellt.

 

Entrepreneurship Education an der Universität Freiburg: ein Beispiel für eine fächerübergreifende methodische Ausbildung
Dr. Markus Strauch (Universität Freiburg), Verena Saller (Universität Freiburg)

Entrepreneurship wird in Freiburg universitätsweit als Querschnittskompetenz vermittelt. Unternehmens- und gründungsrelevante Veranstaltungen sind über den Bereich Berufsfeldorientierte Kompetenzen am Zentrum für Schlüsselqualifikationen in die Bachelor-Studiengänge integriert. Als Gründungshochschule bietet die Universität Freiburg unterschiedlichste kompetenzorientierte Zugänge zum Gründen für Studierende und Mitarbeitende - von der Idee über die Aneignung unternehmerischer Kompetenzen, die Businessplanerstellung bis hin zur Gründung bzw. beruflichen Selbständigkeit. Aktuellste Erkenntnisse der Entrepreneurship Education bilden dabei die fächerübergreifende methodische Basis. Die Umsetzung erfolgt in verschiedenen Fakultäten, dies ermöglicht zum einen eine Verzahnung mit aktuellen disziplinären Forschungsthemen und sichert zum anderen einen aktuellen Entrepreneurship-Diskurs.

 

Forschendes Erkunden pädagogischer Handlungsfelder und Blended Learning: Die Vermittlung qualitativer Methoden am IfE der TU Braunschweig
Dr. André Epp (Technische Universität Braunschweig), Dr. Virginia Penrose (Technische Universität Braunschweig)

Am Institut für Erziehungswissenschaft der TU Braunschweig ist das didaktische Konzept zur Vermittlung empirischer Forschungsmethoden zweisemestrig angelegt. Studierende bekommen nicht nur die Grundlagen qualitativer Sozial- und Bildungsforschung vermittelt, sondern sie entwickeln auch eigene Forschungsfragen, erheben Daten und werten sie eigenständig aus. In Form des Blended-Learning werden Studierende in ihrem Vorhaben durch die eigens dafür entwickelte E-Learning-Plattform „Teaching Apart Together“ unterstützt. Durch diese proaktive Vorgehensweise fallen Forschen und Lernen zusammen; ihre gesammelte Forschungserfahrung sichert ein besseres Verständnis möglicher entstehende Probleme und Fallen des Forschungsprozesses und fördert die kritische Reflexion.

 

Qualitative Sozialforschung: ein ganzheitliches Seminarkonzept zur projektorientierten Methodenvermittlung
Dr. Ina Rust (Universität Hannover)

Es wird ein zweisemestriges Einführungsseminar vorgestellt, in dem Bachelor-Studierende Methoden der qualitativen Sozialforschung in praxisorientierten Lehrforschungsprojekten erlernen und anwenden. Das Seminarkonzept wird seit Jahren beständig kompetenzorientiert didaktisch weiterentwickelt. Mittlerweile haben über 800 Studierende erfolgreich selbstgewählte Fragestellungen untersucht. Sie wenden dabei Werkzeuge des Projekt- und Zeitmanagements an. In einer Interviewschulung vertiefen sie praxisbezogen Techniken des aktiven Zuhörens und führen einen videobasierten Pretest des selbstentwickelten Interviewleitfadens durch. Im Wintersemester werten sie die eigenen Daten inhaltsanalytisch computerbezogen aus. Kreativitäts- und Visualisierungstechniken helfen beim Erstellen der Projektberichte und bei der Präsentation der Projekte auf einem wissenschaftlichen Poster.

 

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PANEL 3: SCHREIBFORSCHUNG UND SCHREIBDIDAKTIKEN
Chair: Prof. Dr. Stefan Scherer, Andreas Hirsch-Weber, Karlsruhe

 

Leichter gute Ankündigungstexte schreiben
Dr. Katrin Burkhalter (Universität Freiburg/Schweiz), Cornelia Czapla (RWTH Aachen University)

Erfolgreiche schriftliche Kommunikation setzt angemessene und korrekte Texte mit relevantem Inhalt voraus. In diesem Sinne ‚gute Texte’ kann nur produzieren, wer schreibend – ausgesprochene und unausgesprochene – Erwartungen erfüllt.

Wir berichten über unser bifokales, institutionen- und domänenübergreifendes Schreibdidaktik-Konzept. Mit Blick auf das Produkt fördern wir das Bewusstsein für Textqualität, vermitteln aber auch Formulierungsmuster. Den Prozess fördern wir durch kleinschrittige Aufgaben. Wir lassen Ankündigungstexte schreiben, die wir als Grundmuster einer Vielzahl studien- und berufsrelevanter Textsorten verstehen.

 

Die Musterhaftigkeit eines Textes als Grundlage seiner Beurteilung – Korpuslinguistik im Dienste der Schreibdidaktik
Sarah Brommer (Universität Zürich)     

Der Vortrag widmet sich musterhaftem Sprachgebrauch in Texten und geht am Beispiel wissenschaftlicher Texte folgenden Fragen nach: Welche Rolle spielen sprachliche Muster für die Textproduktion und -rezeption? Wie lassen sich sprachliche Muster empirisch abgestützt ermitteln? Wie lässt sich das so gewonnene Wissen didaktisch nutzen?
Um feststellen zu können, was jenseits des individuellen Sprachempfindens musterhaft ist, muss das Musterhafte induktiv korpuslinguistisch ermittelt werden. Ein solch empirisch fundiertes Wissen über sprachliche Muster in wissenschaftlichen Texten lässt sich im Rahmen der universitären Schreibberatung nutzbar machen: als Orientierung bei der Textproduktion und zur Förderung individueller Verfasserkompetenzen wie auch als Grundlage einer objektiven Textbeurteilung.

 

Interdisciplinary Academic Literacies – Kann das Schreiblabor Schreiblehre und empirisch-didaktische Schreibforschung verbinden?
Dr. Regina Grassmann (Hochschule Coburg)

Das Schreiblabor der Hochschule Coburg folgt einem interdisziplinären Ansatz mit dem Ziel der Förderung der akademischen Textkompetenzen der Studierenden mit Deutsch als Erst-/Zweit- und Fremdsprache. Zentrale Aufgabenfelder des Schreiblabors sind die Formulierung interdisziplinärer Konzepte (WID), die individuelle Schreibberatung und sowie die Implementierung eines Writing Fellow Programms. Dieser Beitrag zeigt, anhand von Praxisbeispielen, wie auf der Basis von Schreibprogrammen erste Ansätze zur Schreibforschung entwickelt wurden. Anschließend sollen Chancen sowie mögliche Einschränkungen bei der Durchführung von Studien im Rahmen der Aufgabenfelder eines Schreiblabor dargelegt und dessen Stellenwert als Organisationeinheit zwischen Lehre und Forschung erörtert werden.

 

Professionalisierungstendenzen in der Hochschul-Schreibdidaktik
David Kreitz (Universität Hannover) Dominik Röding (Fachhochschule Bielefeld), Jan Weisberg (Hochschule Hannover)

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung von Hochschulschreibdidaktik stellt sich zum einen die Frage nach dem Profil und dem Selbstbild der Akteure, zum anderen nach möglichen Professionalisierungstendenzen.
Zur Exploration des Berufsfeldes wurden daher 2014 Schreibdidaktikerinnen und -didaktiker (n=90) befragt. Danach korrespondieren Faktoren wie Disziplinzugehörigkeit, Weiterbildung, Alter, Berufserfahrung, akademischer Grad und die Mitgliedschaft in einer Fachgesellschaft. Ein Drittel rechnet sich dem Bereich der Schreibforschung zu.
Diese Befunde deuten auf eine Professionalisierung innerhalb der Hochschulschreibdidaktik hin.

 

Professionalisierung durch Forschung und Publikation? Die Sicht von Leitungen und Mitarbeiter/innen schreibdidaktischer Einrichtungen auf „Scholarship of Academic Development“
Dr. Nadine Stahlberg (TU Hamburg), Dr. Peter Salden (Ruhr-Universität Bochum), Dr. Miriam Barnat (Universität Hamburg)

Spätestens seit Beginn des „Qualitätspakt Lehre“ im Jahr 2011 ist die Zahl schreibdidaktisch ausgerichteter Projekte an deutschen Hochschulen deutlich gestiegen. Diese Projekte tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung der schreibdidaktischen Landschaft in Deutschland sowie einer stärkeren Wahrnehmung schreibdidaktischer Themen bei. Doch nicht nur die Vielzahl von neuen Schreibdidaktik, sondern auch eine zunehmende Publikations- und Forschungstätigkeit. Was genau motiviert die Mitarbeiter/innen der oft praxisorientierten Einrichtungen zu ihrer regen Forschungs und Publikationstätigkeit
Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer Befragung unter Mitarbeiter/innen aus schreibdidaktischen Einrichtungen vor. Im Mittelpunkt standen Fragen zum Stellenwert von Publizieren und einhergehenden praktischen Konsequenzen.

 

Qualitative Methoden für die Schreibforschung in Aktion
Dr. Melanie Brinkschulte (Universität Göttingen)

Empirische Schreibforschung zeichnet sich dadurch aus, dass sie interdisziplinär ausgerichtet ist und sich sowohl auf die Prozess- als auch auf die Produktebene als Untersuchungsgegenstand bezieht. Die Interdisziplin Schreibwissenschaft wendet in ihren Forschungen wissenschaftliche Methoden aus ihren Bezugswissenschaften an und entwickelt diese kontinuierlich weiter, um valide Ergebnisse zu ermitteln. Entsprechend einer ganzheitlichen Erforschung von Schreiben, deren Prozesse in einen situativen Kontext verankert sind, liegt ein Schwerpunkt von Forschungen auf explorativen Studien.
Mit dem Beitrag wird ein Konzept vorgestellt, so dass Nachwuchswissenschaftler*innen qualitative Methoden der Schreibforschung anhand authentischer Forschungsprojekte erlernen können.

 

Deutschsprachige Schreibzentrumsforschung – Bestandsaufnahme und Zukunftsvision mit Wegweiser zur Theoriebildung
Dr. Nora Hoffmann (Universität Mainz)

Zunächst wird der aktuelle Stand der Schreibzentrumsforschung vor dem Hintergrund der Dienstleistungsorientierung analysiert. Argumentiert wird, dass aufgrund von Drittmittelfinanzierung erforderliche Evaluationen mit unterschiedlich fundierten Messinstrumenten nur eingeschränkt als Forschung gelten.

Weiter werden Arbeitsschritte hin zu einer fundierten Wissenschaftsrichtung aufgezeigt: Ausgehend von einer Theorie akademischer Schreibkompetenz wären angestrebte Teilkompetenzen zu definieren, Messinstrumente zu entwickeln und nach Datenerhebung eine ergebnisoffene Auswertung durchzuführen. Konsequenzen für Schreibzentrumsarbeit und Evaluation wären zu ziehen, um beide erneut zu prüfen.

Fokussiert werden abschließend Wege zur gemeinsamen Entwicklung einer Theorie akademischer Schreibkompetenz.

 

Zur Positionierung der Forschung an Schreibzentren
Prof. Dr. Ingrid Scharlau, Prof. Dr. Katrin B. Klingsieck (Universität Paderborn)

Schreibdidaktische Maßnahmen benötigen solide Begründungen. Welcher Art diese sein sollten, ist jedoch kontrovers. Wir vermuten, dass dies daran liegt, dass Schreibdidaktik mit Spannungsfeldern zurechtkommen muss, die im Schreiben selbst liegen (z.B. implizite fachliche Schreibpraxis – allgemeine Schreibdidaktik, Praxisrelevanz – Standards empirischer Bildungsforschung). Wir systematisieren diese Spannungen und zeigen, dass sie für Schreibforschung nutzbar gemacht werden können. Den Rahmen bildet die Frage, was unter welchen Bedingungen als wissenschaftlicher Diskurs akzeptiert wird – eine Kernfrage und -kompetenz der Schreibdidaktik. Lösungsansätze werden aus dem Scholarship of Teaching and Learning/Design-Based Research und einer kritischen Diskussion von Evidenzbasierung abgeleitet

 

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PANEL 4: FORSCHUNG ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG VON STUDIERENDEN
Chair: Prof. Dr. Alexander Woll, Karlsruhe

 

Bio-Psycho-Soziale Gesundheit von Studierenden
Max Sprenger (TU Kaiserslautern)

„Studierende sollen neben bester wissenschaftlicher Ausbildung und Qualifikation auch gesund aus der universitären Ausbildung auf den Arbeitsmarkt gebracht werden. Die TU kümmert sich um den Studenten als Ganzes, nicht einzig um seine wissenschaftliche Qualifikation.“

Dieses Leitbild hat die TU Kaiserslautern in den vergangenen drei Jahren durch geeignete Maßnahmen verstärkt umgesetzt und sich damit der Verantwortung für ihre studentischen Mitglieder gestellt.

In diesem Beitrag werden die geschaffenen Strukturen, inkl. der partizipativen Einbindung der Studierenden in diese Strukturen, sowie Maßnahmen auf Analyse- und Präventionsebene (verhaltens- und verhältnisbezogen) dargestellt und Anhand praktischer Beispiele verdeutlicht.

 

Was hält Studierende gesund? Evidenzbasierte Ansatzpunkte für Studentisches Gesundheitsmanagement (SGM)
Dr. Thomas Kötter, Katrin U. Obst (Universität zu Lübeck)

Studierende stellen eine besondere Risikogruppe für stressbedingte Erkrankungen dar. Die Etablierung eines SGM gewinnt daher zunehmend an Relevanz. Die Evidenzbasis hierfür ist jedoch eher lückenhaft. Zur Identifikation protektiver Faktoren für die Studierendengesundheit laufen an der Universität zu Lübeck sowohl quantitative als auch qualitative Studien. Erste gesundheitsfördernde Interventionen wurden auf dieser Basis implementiert und evaluiert.  Die Ergebnisse zeigen, dass ein wirksames SGM im Sinne eines „Health in all policies“ sowohl das Individuum als auch die Rahmenbedingungen des Studiums in den Blick nehmen  muss.

 

Die Zeitnutzung von Studierenden und mögliche psychologische Einflussfaktoren: Eine Studie mit elektronischen Tagebüchern
Susanne Koudela-Hamila (KIT)

Zur Erfassung von Zeitnutzung und psychologischer Einflussfaktoren trugen 154 Studierende Zeitnutzung und Stimmung stündlich über die gesamte Wachzeit eine Woche zu Beginn der Vorlesungszeit und genau eine Woche vor einer Prüfung in ein Smartphone ein. Tatsächlich erreichte die untersuchte Gruppe die nach Bologna gesetzte Vorgabe einer 40 Stundenwoche. Mehrebenenanalysen zeigten u.a., dass die Tätigkeit des Lernens/des Besuchens von Lehrveranstaltungen mit schlechter Stimmung bereits vorher und schlechter werdender Stimmung währenddessen verbunden war. Die Befunde hinsichtlich psychologischer Einflussfaktoren waren weitgehend konsistent über beide Erhebungszeitpunkte.

 

Studienerfolg durch Hirndoping? – Eine Erhebung des leistungsbezogenen Substanzkonsums Studierender der DHBW Stuttgart - Fakultät Sozialwesen
Prof. Dr. Eva Hungerland, Ella Weik & Lena Breuling (DHBW Stuttgart)

Das Thema der Leistungssteigerung des Gehirns (auch als „Hirndoping“ bezeichnet), wird seit einigen Jahren an Hochschulen wissenschaftlich untersucht. Mittels einer Onlinebefragung wurden 1.040 Studierende angeschrieben und zum leistungsbezogenen Substanzkonsum befragt. Ziel der Untersuchung war es neben der Konsumerhebung, Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten zu erhalten. Von den 481 in die Analyse aufgenommenen Studierenden, gaben 27,4% an, schon einmal Substanzen zur Leistungssteigerung genommen zu haben. Vorrangig wurden Alkohol, Cannabis und Amphetamine genannt. Situationen in denen leistungssteigernde Substanzen genommen wurden, waren u.a. Prüfungsvorbereitung (65%) und genereller Stress (45%). Verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen, die zur Gesundheitsförderung der Studierenden in diesem Kontext beitragen können, sind zu diskutieren.

 

Studierende erreichen. Wie kann es gelingen, Studierende für ihr eigenes und das Allgemeinwohl zu engagieren?
Yves Douma (AStA der Folkwang Universität der Künste)

Bericht und Reflexion unseres 3jährigen, mit Mitteln der Techniker Krankenkasse geförderten, Bottom-Up-StudGf-Projektes im AStA der Essener Folkwang Universität der Künste.

  1. Wie haben wir die Studierenden erreicht und aktiviert – trotz erschwerter Bedingungen?
  2. Wie lassen sich unsere Aktivierungsstrategien transferieren?

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Vertrauensaufbau zwischen Studierendenschaft und Health-Advocates
  2. Fördermittelmanagement nutzen
  3. Vorhandene Strukturen nutzen bzw. ausbauen
  4. Gesundheitsförderungs-Expertise über Stelle sichern und in Verfasster Studierendenschaft verankern
  5. Vorhandene Themen und bestehende Projekte der Verfassten Studierendenschaft aufgreifen und als Quick    Wins verknüpfen.
  6. Bedarfe und Bedürfnisse über Gesundheitscoachings

 

Gesundheit als Schlüsselkompetenz: Das Zertifikatsprogramm „Gesundheitskompetenz“ an der Universität Göttingen
Dr. Arne Göring, Dr. Sabrina Rudolph & Malte Jetzke (Universität Göttingen)

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Konzipierung, Implementierung und Evaluierung des Zertifikatsprogramms „Gesundheitskompetenz“ an der Universität Göttingen, welches zum Sommersemester 2017 im Rahmen des Schlüsselkompetenzangebotes der Universität Göttingen eingeführt wurde. Es umfasst 12 Veranstaltungen (Pflicht- und Wahlpflichtmodule) aus den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stress- und Projektmanagement und ist für Studierende aller Fakultäten zugänglich. Die Wirkungsweisen hinsichtlich der Gesundheitskompetenz werden im Prä-Post-Design evaluiert. Zum Einsatz kam der Fragebogen zur Gesundheitskompetenz von Lenartz (2012) sowie die Skala zur bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz von Sudeck und Pfeiffer 2016.

 

Partizipation in der Gesundheitsförderung – Erfahrungen aus einem Action Research Projekt
Dr. Julia Kunkel (KIT)

Gesundheitsförderung sollte nicht an Menschen, sondern von und mit ihnen umgesetzt werden (World Health Organization, 1997). Die Grunderkenntnis, dass die Zielgruppe bei Interventionen nicht nur berücksichtigt, sondern federführend involviert werden muss, betont die Notwendigkeit von Partizipation und Demokratie auf oberster Ebene. Die passende Methodik hierfür bietet Action Research(Greenwood, 2007). So wählte ich diesen flexiblen und pragmatischen Ansatz für mein Dissertationsforschungsprojekt (Kunkel, 2014), das es zum Ziel hatte, eine gesundheitsförderliche Social-Marketing-Kampagne von und für Jugendliche zu kreieren.

In meinem praxisbezogenen Vortrag möchte ich eine mögliche Antwort auf die Frage geben wie sich Studierende partizipativ in den Entwicklungsprozess eines Studentischen Gesundheitsmanagements (SGM) einbinden lassen könnten. Ich werde hierbei meine Erfahrungen mit Action Research und den verwendeten Methoden teilen sowie auf Potenziale und mögliche Hürden hinweisen.

 

GFS: „Die Gesundheit Fernstudierender stärken“ –
Vom Gesundheitssurvey zur Implementierung von gesundheitsfördernden eMental-Health Programmen und mMental-Health-Apps

Dr. Jennifer Apolinário-Hagen, Sina Dorit Groenewold, Ludwig Krings, Prof. Dr. Christel Salewski & Jessica Kemper (Fernuniversität in Hagen)

Hintergrund: Um die Gesundheit Fernstudierender zu stärken, wurden die Determinanten von Gesundheit wie auch des Wohlbefindens, sowie Präferenzen hinsichtlich möglicher Angebote zur Gesundheitsförderung durch ein Gesundheitssurvey ermittelt, um darauf aufbauend evidenzbasierte Handlungsempfehlungen ableiten, Interventionsmöglichkeiten auswählen und zugeschnittene Maßnahmen für die Zielgruppe evaluieren zu können.
Methode: Fragebogenbasiertes Gesundheitssurvey via App mit  N=  5721 Fernstudierenden und Promovierenden der FernUniversität in Hagen.
Ergebnisse: Der angenommene Bedarf an Gesundheitsförderung, ins besonders im Bereich Stressmanagement hat sich bestätigt.
Schlussfolgerung:  Auf Basis des ermittelten Bedarfs der Fernstudierenden wird eine Pilotstudie zum Online-Stressmanagement umgesetzt.

 

Das Leistungsbuch für Studierende – retrospektive Betrachtung einer Schlüsselqualifikation
Prof. Dr. Swantje Scharenberg (KIT)

Leistungsbücher illustrieren die seit 1919/1920 als offizielle Aufgabe der Hochschule deklarierte Pflege der Leibesübungen. Ab Juli 1921 mussten alle Karlsruher Studenten für die Zulassung zur Vorprüfung einen „Nachweis pflichtgemäß betriebener Leibesübung“ erbringen. Auch in Preußen gab es einen vergleichbaren Ministerialerlaß, der regelte, dass in jedes Abschluß- bzw. Abgangszeugnis ein Vermerk über die obligatorische Beteiligung an akad. Leibesübungen aufgenommen wird. Bei gleicher formaler Abschlussqualifikation sollten die Karlsruher Leistungsbücher sogar vom Arbeitgeber herangezogen werden, um eine Auswahlentscheidung zu treffen. Leibesübungen waren vor 100 Jahren eine Schlüsselqualifikation für körperliche Ertüchtigung – auch als Wehrpflichtsubstitut – und soziale Entwicklung der Studenten.

 

Zum Zusammenhang von sportlicher Aktivität und dem Stress- und Belastungsempfinden bei Studierenden
Dr. Sabrina Rudolph, Dr. Arne Göring & Malte Jetzke (Universität Göttingen)

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Prävalenz psychosozialer Belastungen von Studierenden, insbesondere des Stress- und Belastungsempfindens, werden die Zusammenhänge zwischen der sportlichen Aktivität und dem Stress- und Belastungsempfinden bei Studierenden untersucht (webbasierte Querschnittsstudie; N=3081). Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Zusammenhang sowohl zwischen dem Stress- als auch dem Belastungsempfinden und der sportlichen Aktivität. Je umfangreicher, intensiver und häufiger Studierende Sport treiben, desto geringer ist dieses Empfinden ausgeprägt. Im Vergleich zu den allein Sporttreibenden ist das Stressempfinden ebenfalls bei denjenigen geringer ausgeprägt, die in einer Gruppe Sport treiben.

 

Entwicklung und Implementierung eines Stressbewältigungstrainings für Studierende im Hochschul-Setting
Dr. des. Marie-Hélène Seidl (Karlsruhe)

Als Antwort auf die Zunahme chronischer Stressbelastungen an deutschen Hochschulen entwickelte das House of Competence/KIT in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse ein Programm zur Stressbewältigung von Bachelor- und Masterstudierenden.
Vorgestellt wird ein Training, das im Rahmen der Schlüsselqualifikationen am HoC stetig weiterentwickelt und implementiert wurde. Das Programm zeichnet sich durch eine maßgeschneiderte Konzeption und eine erfolgreiche Evaluierung aus. Es orientiert sich an der Lebenswelt der Studierenden und zeigte signifikante Verbesserungen im Bereich der Stressbelastung und einer Reihe weiterer gesundheitsrelevanter Parameter.
Aktuell wird das Stressbewältigungstraining an über dreißig deutschen Universitäten angeboten und öffnet die Türen für weitere Forschungsmöglichkeiten.

 

Regelmäßiges aerobes Ausdauertraining reduziert die emotionale und physiologische Stressreaktivität von Studierenden bei „real-life“ Stressoren
Dr. Birte von Haaren-Mack (Deutsche Sporthochschule Köln), Dr. Jörg Ottenbacher (movisens GmbH, Karlsruhe), Dr. Stefan Hey (movisens GmbH, Karlsruhe), Prof. Dr. Klaus Bös (KIT) & Prof. Dr. Ulrich W. Ebner-Priemer (KIT)

N.N.

 

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