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Eliane Dominok M.A.
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Antikrastination – MOOCen gegen chronisches Aufschieben

Die Bedeutung des Selbstmanagements nimmt zu, da sich Umwelten schnell ändern und fortwährend neue Kompetenzen erfordern. Gerade für Studierende ist dies von Bedeutung, da mit dem Beginn des Studiums größere Freiräume vorgegeben werden. Die umfassende Bedeutung der Selbstmanagementkompetenz steht jedoch im Missverhältnis zu deren geringer Berücksichtigung in der universitären Lehre. Prokrastination oder „Aufschieberitis“ ist ein Alltagsphänomen, das den meisten Menschen bekannt sein dürfte: Unangenehme Tätigkeiten werden lieber erst einmal aufgeschoben, anstatt sie sofort zu erledigen. Der im Rahmen dieses Projektes geplante Massive Open Online Course soll zum einen die wissenschaftlichen Hintergründe dieses Phänomens vermitteln als auch Unterstützung anbieten, das eigene Verhalten zu reflektieren und zu ändern. Das Kursmaterial eines MOOCs besteht meist aus einer Abfolge von kurzen Videosequenzen von 1 bis 5 Minuten Länge, durchsetzt mit kleinen Quizzes bzw. größeren Aufgaben zu einzelnen Inhalten. Zum Austausch der Kursteilnehmer untereinander werden häufig Foren angeboten. Quizzes enthalten automatisierte Rückmeldungen, zu Aufgaben erhalten die Teilnehmer teilweise Feedback über Peer-to-Peer-Prozesse. Trainingsmaßnahmen zum Prüfungs- und Lernmanagement in Form von Seminaren sind aus Kosten- und Kapazitätsgründen stark limitiert. MOOC Kurse hingegen laufen ohne Einzelbetreuung durch einen Dozenten ab, was eine hohe Teilnehmerzahl ermöglicht.

 

Empirisch nachgewiesen ist, dass eigene Planung sowie selbstgesetzte Lernziele mit größerem Lernerfolg einhergehen. Am House of Competence (HoC) wurde daher ein alternativer Ansatz entwickelt, das IT-basierte Selbstmonitoring und -management. Mit der IT-basierten Umsetzung auf mobilen Geräten wird das selbstregulierte Lernen unter Berücksichtigung des lernökologischen Kontextes um die Möglichkeit eines direkten Eingreifens in Selbstmanagementprozesse über entsprechende real-time Optimierungsvorschläge erweitert. Aus lerntheoretischer Sicht ist dies Erfolg versprechend, da alternatives Verhalten (bspw. „Nicht-Prokrastinieren“) im Alltag direkt umgesetzt und verstärkt werden kann.

 

Ein IT-basiertes Selbstmanagement zum Thema Prokrastination wurde bereits auf den Lernplattformen Moodle und Stud.IP im Rahmen des BMBF-Projektes „Prokrastination im Hochschulkontext“ und einer angeschlossenen Masterarbeit implementiert: In einzelnen Lehreinheiten wurde das Modell des selbstregulierten Lernens und deren IT-basierte Umsetzung erläutert sowie Strategien zum Zeitmanagement und Lernstrategien vermittelt. Eine individualisierte Zielplanung für das aktuelle Semester wurde schriftlich niedergelegt (Klausuren, Scheine, Hausarbeiten, …) und in kleine Einheiten operationalisiert. In der anschließenden Monitoringphase gaben die Studierenden täglich ihre Ziele und die Zielerreichung ein. Dabei fanden automatisierte Rückmeldungen statt.

 

Im laufenden Projekt sollen die Trainingsinhalte des MOOCs durch die Bereitstellung einer mobilen Applikation (IPhone, Android) im Alltag vertieft werden. Diese verlangt regelmäßig Selbsteinschätzungen bezüglich der eigenen Lernziele („Was willst du lernen?“), der strategischen Planung („Wann willst du lernen“), des Monitorings („Du wolltest jetzt anfangen“) und verknüpft die Bewertung der Lernergebnisse („Wie lange hast Du tatsächlich gelernt? / Bist du zufrieden mit deinen Lernresultaten?“) mit einem visualisierten Tagesfeedback zur Planungsgenauigkeit („Du hast 80% Deiner Planung umgesetzt“, „Du hast 20% der geplanten Zeit mit Haushaltstätigkeiten verbracht“…). Strategien zur Optimierung des Feedbacks werden im Rahmen des Projektes erarbeitet (Darstellung der noch offenen Lernzeit, regelmäßige Erinnerungen zur Tagesstrukturierung). Die Ziele des Selbstmonitorings sind a) die Verbesserung der eigenen Selbsteinsschätzung, b) die Verbesserung der individuellen strategischen Planung sowie c) die Erhöhung der Bereitschaft zur Anpassung der verwendeten Strategien. Darüber hinaus soll das Phänomen des Aufschiebeverhaltens über die Zeit betrachtet werden.

 

 

Projektlaufzeit

2012 -2016
 
Projektstandort

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

 

 

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