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zum Ratgeber

An dieser Stelle geben wir Ihnen erste Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Wissen­schaft­liche Schreiben. Wir sind bemüht, Ihnen den bestmöglichen Eindruck von unserem Beratungs­angebot zu vermitteln, ohne Sie mit zu viel Detailwissen zu erschlagen oder gar zu langweilen. Daher halten wir unsere Antworten so knapp wie möglich. Alles Weitere, vor allem Fragen zu Ihrem eigenen Text, besprechen wir gemeinsam in der Schreibberatung. Den FAQ-Bereich erweitern wir außerdem regelmäßig um neue Fragen – gerne auch unter Einbezug Ihres Feedbacks! (-> Schreiben Sie uns an: schreibportal∂hoc.kit.edu)

Die Informationen, die wir Ihnen hier geben, beziehen wir aus unserer Forschung. Diese basiert wiederum ganz praktisch auf der Analyse von fachspezifischem und überfachlichem und dem Kontakt zu verschie­denen Fachvertreter*innen am KIT. Aus dieser Forschung ist auch unser Schreib­ratgeber für Natur- und Ingenieurwissenschaftler*innen hervorgegangen, in dem wir einen ein­gehenden Überblick über den Arbeits­prozess einer Abschlussarbeit und die damit verbundenen sprach­lichen Anforderungen geben.

 

Planung und Organisation: Die Abschlussarbeit als Projekt

Wie plane ich? >>>

Das Zustandekommen einer Abschlussarbeit ist von vielen unterschiedlichen Faktoren und Arbeitsschritten abhängig. Es ist wichtig, diese zu planen, damit die Arbeit fristgerecht abgegeben werden kann. Zunächst müssen Sie die notwendigen Arbeitsschritte er­mitteln. In der Regel handelt es sich dabei um:

  • Themenfindung
  • Arbeitsvereinbarung mit dem/der Betreuer*in
  • Thema entwickeln
  • Forschungsstand
  • Untersuchungsansatz
  • Untersuchung
  • Ergebnisaussagen entwickeln
  • Gliederung
  • Rohfassung der Arbeit anlegen
  • Text überarbeiten
  • Abgabe

(nach: Junge, H. [o. J.]: [online]. Verfügbar unter https://studium-3-0.uni-hohenheim.de/schreibwerksatt-aufbauwissarbeit [29.06.2016]. Sowie Kruse, O. 2007: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Frankfurt a. M. [u. a.]: Campus-Verlag.)
 

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Wir geben Ihnen in der Schreibberatung Tipps zur Zeitplanung einer Abschlussarbeit und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen auf das eigene Projekt ab­ge­stimmten Zeitplan. Weitere Informationen z.B. über die Formulierung eines Zeitplans für Betreuer*innen finden Sie auch in unserem Schreibratgeber.

 

 

Warum eine Projektskizze (Exposé) schreiben? >>>

Fast alle Betreuer*innen von Abschlussarbeiten möchten bereits vor der Abgabe einer Ab­schluss­arbeit einen Eindruck davon bekommen, in welche Richtung sich ein Projekt ent­wickelt. Wir empfehlen Ihnen, dafür eine Projektskizze zu erstellen. Durch das Verfassen einer Projektskizze vergewissern Sie sich auch selbst, dass Sie verstanden haben, was Ihr Projekt ausmacht. Im wissenschaftlichen Betrieb wird sie häufig auch Exposé genannt. Eine Projektskizze sollte folgende Punkte enthalten:

  • Deckblatt
  • Gliederung der Abschlussarbeit
  • Ausformulierte Themenstellung mit Problemstellung, Zielsetzung, Vorgehensweise und Motivation Ihrer Abschlussarbeit
  • Textprobe
  • Ausformulierter Zeitplan
  • Literaturverzeichnis


Wie wir Ihnen weiterhelfen:
In der Schreibberatung bekommen Sie Hilfestellungen zum Verfassen Ihrer Projektskizze oder können Ihre fertige Projektskizze gemeinsam mit den Tutorinnen und Tutoren über­prüfen.

 

 

Wie läuft eine Literaturrecherche ab? >>>

Wenn es darum geht, den Forschungsstand eines Themas zu ermitteln, stehen viele Stu­dierende vor der grundlegenden Frage: Wie beschaffe ich die benötigten Informationen? Um für Ihr Thema passende Literatur zu finden, sind Recherchetechniken wie die syste­matische und die unsystematische Literaturrecherche hilfreich.

Systematische Recherche: Suche über Schlagworte im Bibliothekskatalog oder in speziellen Fachdatenbanken

Unsystematische Recherche/‚Schneeballprinzip‘: Hierbei handelt es sich um die Suche anhand einer Literaturliste oder eines aktuellen Titels zu Ihrem Thema.

Dabei können Sie sich z.B. an den Quellenangaben oder dem Literaturverzeichnis eines aktuellen Lehrbuchs oder eines neuen Papers über Ihr Themengebiet orientieren, die dort genannten Bücher und Aufsätze durcharbeiten und dort wiederum weitere Literaturangaben für Ihr Thema finden – wiederholen Sie diese Schritte so lange, bis Sie einen guten Überblick über die Forschung zu Ihrem Themenbereich gewonnen haben. Wichtig ist, dass Sie bei einem Titel beginnen, der so aktuell wie möglich ist, da hier in der Regel ein Überblick über den jeweiligen Forschungsstand zu einem Thema gegeben wird.

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
In der Beratung zeigen wir Ihnen, wie Sie die Recherchetechniken gezielt einsetzen, um die richtige Literatur zu finden. Auch über die verschiedenen Publikationsformen, und welche davon in Ihrer Arbeit verwendbar sind, können Sie sich bei uns informieren.

Außerdem bieten die KIT-Bibliothek und die Badische Landesbibliothek unter anderem Schu­lungen zur fachbezogenen Literaturrecherche und zum Einsatz von Literatur­verwaltungs­programmen wie Citavi an. Tipp: Die Bibliotheken bündeln diese Angebote unter dem Schlagwort Informationskompetenz.

 

Zitieren
 

Warum muss ich zitieren? >>>

Zitieren ist Pflicht, denn der richtige Umgang mit fremdem geistigem Eigentum ist unerlässlich für die Gute wissen­schaft­liche Praxis. Auch für Ihre Abschluss- oder Seminararbeit ist deshalb das Zitieren von Quellen verbindlich. Durch Ihre Zitation ermöglichen Sie anderen

... die Wiederauffindbarkeit der Quelle.

... die Überprüfbarkeit der Quelle.

... die Nachvollziehbarkeit der Ihrem Text zugrundeliegenden Informationen und Ideen.

 

 

Hilfe, begehe ich ein Plagiat? >>>

Studierende haben häufig die Angst, ein Plagiat zu begehen. Dabei gibt es klare Anhalts­punkte dafür: Ein Plagiat besteht z.B. dann, wenn ein/e Autor*in fremde Inhalte oder For­mu­lierungen in seinen Text übernimmt, ohne sie zu richtig zu kennzeichnen. Durch das korrekte Zitieren und Belegen vermeiden Sie ein Plagiat. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:
 

  • Inhalte/Ideen anderer durch direkte Zitate oder indirekte Zitate (Paraphrase) über­nehmen
  • Alle Zitate mit einem Quellenbeleg versehen (nach einem einheitlich verwendeten Belegsystem)
  • Auch Bildzitate wie übernommene Tabellen/Grafiken mit einem Beleg über die Original­quelle in Tabellenüberschrift/Abbildungsunterschrift kennzeichnen (auch wenn nur Teile oder die Idee einer Tabelle/Grafik übernommen wurden)
  • Alle verwendeten Quellen im Literaturverzeichnis aufführen

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
In der Schreibberatung informieren wir Sie über den richtigen Umgang mit Quellen, z.B. über die formalen Regeln der verschiedenen Zitiersysteme, die Erstellung eines Literaturver­zeich­nisses oder über die Möglichkeiten, Quellen sprachlich in den eigenen Text einzubinden.

 

 

Warum kann ich Wikipedia nicht zitieren? >>>

Das von Studierenden gerne zitierte Wikipedia ist keine wissenschaftliche Quelle. Die Ein­träge dort besitzen keine/n namentlich bekannte/n Autor*in und sind nicht über einen längeren Zeitraum unverändert verfügbar.

Ob eine Quelle für Ihren Text verwertbar ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zitierbare Quellen sind in der Regel

  • von einem/einer (bekannten bzw. ermittelbaren) Autor*in verfasst,
  • veröffentlicht,
  • über einen längeren Zeitraum (unverändert) verfügbar,
  • auch für andere Personen einseh- oder abrufbar.

Eine Quelle, die diese Kriterien nicht erfüllt, sollten Sie in einem wissenschaftlichen Text nicht verwenden. Allerdings gibt es Ausnahmen wie studentische Abschlussarbeiten innerhalb der eigenen Arbeitsgruppe, die Sie individuell mit ihrer/ihrem jeweiligen Betreuer*in abklären sollten.

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Bringen Sie im Zweifelsfall Ihre Quellen in die Beratung mit, damit wir sie nach den o.g. Kriterien prüfen und besprechen können. Eine weitere Anlaufstelle finden Sie im zweiten Kapitel unseres Schreibratgebers für die Natur- und Ingenieurwissenschaften. Dort haben wir die häufigsten Publikationsformen und ihre Zitierfähigkeit für Abschlussarbeiten in einer Tabelle aufgeführt.

 

 

Was ist ein direktes/indirektes Zitat?

Bei der Übernahme von Quellen stehen Studierende vor der Herausforderung, diese richtig im eigenen Text darzustellen. Vielen ist nicht klar, wie das sprachlich und formal umgesetzt werden sollte. Die angemessene Verwendung von Quellen in einem Text erfolgt grund­sätzlich über das Zitieren. Dabei gibt es die Möglichkeit, direkt oder indirekt zu zitieren.

Direktes oder wörtliches Zitat:
Ein direktes oder wörtliches Zitat ist eine Textstelle aus einem anderen Werk, deren genauen Wortlaut Sie übernommen haben. Um kein Plagiat zu begehen, müssen Sie wörtlich über­nommene Textstellen an Anfang und Ende mit doppelten Anführungszeichen kennzeichnen. Un­mittelbar nach dem Zitat muss außerdem die Quelle belegt werden.
Muster: „Zitat“ [Beleg]

Indirektes Zitat oder Paraphrase:
Bei einem indirekten Zitat, auch Paraphrase genannt, wird der Inhalt einer fremden Quelle in eigenen Formulierungen wiedergegeben. Auch diese indirekte Übernahme von fremden Inhalten und Ideen muss mit einem Beleg kenntlich gemacht werden.

Wir empfehlen Ihnen, beim Zitieren auf die indirekte Variante zurückzugreifen. Direkte Zitate eignen sich unserer Meinung nach üblicherweise nur dann, wenn Sie den konkreten Wortlaut einer Quelle hervorheben möchten, z.B. für Definitionen. Gerade in den Natur- und Ingenieurwissenschaften eignet sich die Paraphrase besser als das wörtliche Zitat, weil es hier überwiegend um das Übernehmen oder Beurteilen fremder Forschungs­ergebnisse geht, wobei der genaue Wortlaut einer Quelle eigentlich keine besondere Rolle spielt. Das Zitieren in den Natur- und Ingenieurwissenschaften haben wir in unserem Rat­geber ausführlich beschrieben – hier geben wir Ihnen jede Menge Formulierungsvorschläge.
 

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir in der Schreibberatung z.B. geeignete Formu­lierungen zum indirekten Zitieren. Dabei erläutern wir auch die verschiedenen Zwecke und die for­malen Anforderungen von Zitaten – damit Sie fortan souverän mit Quellen umgehen können.

 

 

Woraus besteht eine Literatur- oder Quellenangabe? >>>

Literaturangaben, auch Quellenangaben genannt, werden im Literaturverzeichnis gesammelt aufgeführt. Die Schreibweise ist von dem Belegsystem abhängig, das Sie für Ihre Arbeit verwenden. Außerdem orientiert sich die Schreibweise an der Publikationsform der Quelle, die Sie zitiert haben.

Grundsätzlich enthält eine Literaturangabe aber folgende Bestandteile:

  • Name des/der Autor*in bzw. der Autor*innen der Quelle
  • Erscheinungsjahr/Erscheinungszeitpunkt der Quelle
  • Titel der Quelle

Einzelne Elemente der Angabe werden voneinander durch Interpunktion abgesetzt. Die je nach Publikationsart variierenden zusätzlichen Bestandteile haben wir für Sie in diesem Merkblatt festgehalten.

 

 

Welche Belegsysteme gibt es und wie verwende ich sie? >>>

Den richtigen Umgang mit Quellen erleichtert der einheitliche Einsatz eines Belegsystems. Beim Verweis auf eine Quelle im Fließtext müssen Sie diese belegen, damit andere Leser*innen sie wiederfinden können. In deutschen wissenschaftlichen Texten kommen üblicherweise folgende Systeme zum Einsatz:

  • Harvard-System
  • Verkürztes Harvardsystem
  • Numerisches System
  • Fußnotensystem

Folgende Grafik zeigt die unterschiedliche Gestaltung der Kurzbelege je nach verwende­tem System:


 

 

Woraus besteht ein Literaturverzeichnis? >>>

Sobald ein/e Betreuer*in Ihre Abschlussarbeit in Händen hält, fällt ihr bzw. sein Blick nach dem Inhaltsverzeichnis auf das Literaturverzeichnis. An seiner – hoffentlich – einheitlichen Form erkennen Ihre Leser*innen auf Anhieb, ob Sie sorgfältig gearbeitet haben. Auch mit so vermeintlich nebensächlichen Formalitäten wie dem Literaturverzeichnis können Sie also den ersten Eindruck von Ihrer Arbeit nachhaltig beeinflussen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

  • Alle Quellen, die Sie in Ihrem Text zitieren, werden als Literaturangaben im Literaturverzeichnis aufgeführt.
  • Oberste Priorität gilt der Einheitlichkeit:
    Die Reihenfolge der Bestandteile einzelner Literaturangaben bleibt für jeden Eintrag gleich.
    Die Einträge beginnen mit dem Nachnamen des/der jeweiligen Autor*in der Quelle. Sie werden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
    Alle Einträge schließen mit einem Punkt ab.
  • Schreibweise und Form variieren je nach verwendetem Belegsystem.
  • Verlassen Sie sich nicht einfach ‚blind‘ auf ein Literaturverwaltungsprogramm (z.B. Citavi), das Ihr Literaturverzeichnis automatisch erstellt. Auch hier tauchen häufig Fehler auf – überprüfen Sie Ihr Literaturverzeichnis also in jedem Fall vor der Abgabe.

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Wir haben Erfahrung mit verschiedenen Arten von Literaturverzeichnissen und zeigen Ihnen, wie Sie Fehler finden können. Kommen Sie mit Ihrem Literaturverzeichnis in die Beratung, wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen! Detaillierte Informationen zum Erstellen eines Literaturverzeichnisses gibt Ihnen auch unser Schreibratgeber.

 

 

Wissenschaftssprache
 

Wie drücke ich mich wissenschaftlich aus? >>>

Viele Studierende stehen beim Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten vor der Heraus­forderung, ihre Gedanken und Untersuchungsergebnisse angemessen auszudrücken. Oft erhalten Sie zu ersten Textentwürfen von Betreuern und Betreuerinnen die Rückmeldung, dass ihre Texte noch nicht ‚wissenschaftlich‘ genug geschrieben seien. Was ist darunter zu verstehen?

Wissenschaftliche Ausdrucksweise zeichnet sich aus durch:

  • Sprachniveau
    sachlicher/neutraler Ton
    Keine Umgangssprache
    Kein Pressestil
  • Sachbezogene (objektive) Darstellung
  • Vermeidung von Mehrdeutigkeiten/ungenauen Ausdrücken
    Vermeidung von Modalverben (z.B. können, sollen) und Konjunktiv (z.B. hätte, wäre, könnte, würde)
    Präziser Einsatz von Fachbegriffen
    Vermeidung von ‚ich‘/‚wir‘/‚man‘
  • Klarer Satzbau
    Wechsel zwischen einfachen Hauptsätzen und komplexeren Sätzen (d.h. Haupt­sätze mit Nebensätzen) fördert den Lesefluss

    Aber: einfache Satzstrukturen bevorzugen, keine überkomplexen Schachtel­sätze
    Achten Sie auf die richtigen grammatischen Bezüge!
  • Aktivformulierungen bevorzugen, Passiv nach Möglichkeit vermeiden
     

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Auf die Arbeit mit der Wissenschaftssprache Deutsch und ihre stilistischen Besonderheiten sind wir spezialisiert – darauf legen wir auch in unseren Beratungssitzungen den Schwerpunkt. Vieles zum Umgang mit der Wissenschaftssprache können wir an dieser Stelle nicht näher erläutern. Kommen Sie also mit Ihrem Text zu uns in die Beratung: Wir geben Auskunft über die sprachlich-stilistischen Gepflogenheiten in wissenschaftlichen Texten und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren eigenen Text sprachlich (noch) besser machen können.

Unser Angebot richtet sich auch an Nicht-Muttersprachler*innen des Deutschen! Gerne arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen am Text und helfen Ihnen z.B., Grammatik- und Rechtschreibfehler zu vermeiden.

 

 

Darf ich ‚man‘, ‚wir‘ oder ‚ich‘ im wissenschaftlichen Text verwenden? >>>

Wissenschaftssprache soll eindeutig, unpersönlich und sachlich sein. Formulierungen mit ‚man‘ sind ungenau – Wer ist dieser ‚man‘? Formulierungen im Ich- oder Wir-Stil sind zu subjektiv. Wir empfehlen Ihnen deshalb, auf die Verwendung von ‚man‘, ‚ich‘ oder ‚wir‘ in Ihrem Text zu verzichten. Beachten Sie aber, dass sie nicht verboten ist – in jedem Fall sollten Sie sich an die Vorgaben Ihres Betreuers oder Ihrer Betreuerin halten.

 

 

Darf ich das Passiv im wissenschaftlichen Text verwenden? >>>

Zunächst einmal: Ja, Sie dürfen. Gerade bei der Beschreibung von z.B. Abläufen und Handlungen während Experimenten wird das Passiv gerne durchgängig verwendet. Allerdings wirkt ein solcher Text sehr monoton – um nicht zu sagen: langweilig – auf den oder die Leser*in. Es ist daher optimal, wenn Sie das Passiv möglichst vermeiden. Zum Umgang mit Passiv ist folgendes zu beachten:
 

  • Passiv i.d.R. vermeiden durch:
    Substantivierung
    Kenntlichmachung des Akteurs
    Einsatz eines alternativen Verbs (z.B. erfolgen, dienen)
  • Aktivformulierungen bevorzugen
  • Abwechslung zwischen Aktiv- und Passivformulierungen dient dem Lesefluss
     

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
In der Schreibberatung arbeiten wir zusammen an Formulierungen für einen flüssig ge­schriebenen Text. Dabei können wir insbesondere für Ihren Material- und Methoden-Teil, wo besonders häufig das Passiv zum Einsatz kommt, nach passenden Satzalternativen suchen.
 

 

 

Textgliederung
 

Wie ist ein wissenschaftlicher Text aufgebaut? >>>

Ein wissenschaftlicher Text folgt einem dem jeweiligen Thema entsprechenden logischen Aufbau, den es heraus­zufinden gilt. In vielen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern ist dieser Aufbau bereits vor­gegeben. Als Orientierungspunkt dient vor allem in den Natur­wissenschaften das IMRaD-Schema:

IMRaD = Introduction (dt. Einleitung), Materials & Methods (dt. Material & Methoden), Results (dt. Ergebnisse) and Discussion (dt. Diskussion)

Weiterführende Informationen zu den verschiedenen Gliederungstypen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften finden Sie in unserem Ratgeber und bei Ebel, H.F. et al. 2006. Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften. 5. Auflage. Weinheim: Wiley VCH.

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
In der Schreibberatung informieren wir über Gliederungstypen in den verschiedenen Disziplinen. Bringen Sie Ihren Text mit, gemeinsam prüfen wir die Logik seines Aufbaus oder erarbeiten eine erste Struktur, angepasst an die Standards Ihrer Disziplin.

 

 

Daten und Visualisierungen
 

Wie stelle ich die Daten und Ergebnisse meines Experiments sprachlich dar? >>>

Gerade für Natur- und Technikwissenschaftler*innen ist es wichtig, eigene Daten aus Experimenten überzeugend zu versprachlichen. Wichtig ist dabei, nicht immer die gleichen Formulierungen zu verwenden – sonst wirkt Ihre Darstellung monoton. Das birgt auch die Gefahr, dass Ihre Leser*innen womöglich wichtige Aussagen überlesen.

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
An dieser Stelle ist es unserer Ansicht nach nicht sinnvoll, Ihnen lediglich eine Reihe von Satzmustern zur Verfügung zu stellen. Um Ihren Text stilistisch so ansprechend wie möglich zu gestalten, ist es vor allem auch nötig, die Formulierungen an Ihren Inhalten auszurichten. Bringen Sie Ihre Daten und Ergebnisse in die Schreibberatung mit, gemeinsam arbeiten wir an passenden Formulierungen.

 

 

Wie kann ich meine Daten visualisieren? >>>

Mit den Visualisierungen Ihrer Daten, also z.B. den Abbildungen und Tabellen, geben Sie einen komprimierten Überblick über Ihre Abschlussarbeit. An den Visualisierungen erkennen nicht nur die Betreuer*innen von Abschlussarbeiten deren Methodik und Er­gebnisse mit wenigen Blicken: Im wissenschaftlichen Betrieb ist es gängige Praxis, z.B. ein Paper erst dann zu lesen, wenn der erste Blick auf die Abbildungen weiteres Interesse weckt. Es ist deshalb wichtig, Daten und Ergebnisse so anschaulich wie möglich für Ihre Leser*innen zu machen. Grundsätzlich können Sie dabei folgende Mittel nutzen:

  • Tabelle

Eine Tabelle eignet sich dann, wenn Sie in Ihrer Arbeit z.B. mehrere Zahlen exakt aufführen und vergleichen möchten.
Formal sollten Sie beachten, dass Tabellen mit einer Überschrift versehen werden müssen.

  • Diagramm

Ein Diagramm ist ideal zur Darstellung von Verläufen oder (Häufigkeits-)Verteilungen, ohne dass dabei die genauen Zahlen wichtig sind.
Es ist formal nur mit der dazugehörigen Beschriftung (i.d.R. unter dem Bild) voll­ständig – achten Sie auch auf die richtige Beschriftung seiner einzelnen Elemente (z.B. Achsenbeschriftung, Legende etc.).

  • Text [z.B. Formeln]

Wenn Sie z.B. keine komplexen Daten generiert haben und nur einen einzigen Wert darstellen möchten, dann sollten Sie für die Visualisierung Ihres Ergebnisses Text, z.B. eine Formel, wählen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Visualisierungsformen und zu ihrem Einsatz finden Sie in unserem Schreibratgeber.

 

 

Weiteres

 

Abbau von Schreibblockaden >>>

Es ist nicht ungewöhnlich, dass man von Zeit zu Zeit einmal vor dem ‚leeren Blatt‘ sitzt, ohne dass sich etwas tut. Wenn das Problem darin besteht, dass schlichtweg kein Text zustande kommt, scheinbar keine Formulierung gelingen will, können Sie sich an die Mitarbeiter*innen des Schreiblabors wenden. Sie zeigen – ggf. in Zusammenarbeit mit weiteren Expert*innen (LernLABOR / PBS) – Lösungsmöglichkeiten auf und begleiten Sie bei Bedarf auch über einen längeren Zeitraum auf dem Weg zum Abschluss.
 

 

 

Kriterien zur Korrektur eigener Texte >>>

Jede Arbeit sollte vor der Abgabe nicht nur von fachinternen und -externen Personen sondern auch selbstständig Korrektur gelesen werden. Dabei sollte der eigene Text auf unterschiedliche Kriterien wie

  • argumentative Logik,
  • sprachliche Nachvollziehbarkeit,
  • Verständlichkeit,
    sowie
  • korrekte Grammatik und Rechtschreibung

überprüft werden. Die nachfolgende vereinfachte Darstellung orientiert sich an den detaillierten Korrekturkriterien, die wir in unserem Schreibratgeber zusammengestellt haben.
 

Wie wir Ihnen weiterhelfen:
Wir können Ihnen mit besonders viel Erfahrung und Knowhow z.B. bei der Endkorrektur Ihrer Abschlussarbeit zur Seite stehen. Wir zeigen Ihnen unter anderem die verschiedenen Textebenen, die Sie bei der Korrektur beachten sollten. Gemeinsam über­prüfen wir Teile Ihres Texts und suchen nach möglichen typischen Fehlern.
 

 

 

Wie kann ich mich motivieren? >>>

Im Studium, bspw. bei der Anfertigung von Seminar- und Abschlussarbeiten oder in Prüfungsphasen, ist Durchhaltevermögen gefragt. In der Beratung des LernLABORs geben geschulte Peer-Berater*innen individuelle Tipps zum Lern-, Selbst- und Zeitmanagement im Studium. Von der Organisation im Semesterverlauf über Strategien gegen das Aufschieben bis hin zu spezifischen Lerntechniken – Hilfe bei der Motivation bietet Ihnen das LernLABOR des House of Competence.
 

 

 

Was ist eine Methode und wie finde ich die richtige? >>>

Methoden sind abgesicherte Verfahren, um Aufgaben professionell zu bearbeiten. Wer gekonnt Methoden auswählen und gegebenenfalls anpassen kann, erleichtert sich nicht nur den Erkenntnisprozess, sondern erzielt auch bessere Ergebnisse. Am MethodenLABOR können Sie sich anwendungsorientiert mit Methoden vertraut machen, die fachübergeifend zum Einsatz kommen: Kreativitätsmethoden, qualitative Methoden der Datenerhebung (z.B. Interview-, Beobachtungs- und Selbstbeobachtungsverfahren) und der Datenauswertung (z.B. qualitaitve Inhaltsanalyse, sozialwissenschaftliche Hermeneutik), Methoden der Umfrageforschung, Projektmanagementmethoden u.v.m.
Da das Arbeiten mit diesen Methoden häufig an Fragen der Kommunikation gebunden ist, bietet das MethodenLABOR zudem spezielle Angebote zum Thema ‚Präsentieren & kommunizieren‘. Zu fachübergreifenden Methoden und zu Fragen des Präsentierens & Kommunizierens berät Sie das Methodenlabor des House of Competence.